Frauen-Weltcup (Archivversion)

Die Deutschen sind die überraschenden Top-Favoriten im Motocross-Weltcup – auf jeden Fall bei den Damen.

In Teutschenthal fand der Auftakt zum Damen-Motocross-Weltcup statt, den Larissa Papenmeier (7, ganz rechts) gewann. Frauen und Motocross – passt das überhaupt zusammen? Das passt. Und zwar sehr gut. Sicherlich ist nicht die
gewaltige Körperlichkeit vorhanden wie bei den Männern, aber die Rennen waren spannend und das Fahrkönnen überzeugend. Dauernörglern und Chauvis sei der Besuch eines Rennens empfohlen. Und Motorradfahrerinnen, welche das Hauptaugenmerk bei der Maschinenwahl auf die Sitzhöhe legen, gehen danach die Argumente aus.
Larissa Papenmeier, knapp 160 Zentimeter groß und 46 Kilogramm leicht, sorgte bei der abschließenden Pressekonferenz für erfrischende Unterhaltung. Die 17-jährige Gymnasiastin sah sich im engen Presseraum einer mehrheitlich männlich Truppe gegenüber, verhaspelte sich ein bisschen und erntete trotzdem nur sympathisch motivierte Zustimmung. Die internationale Cross-Szene freut sich an und mit den jungen Damen, und die deutschen Mädels diktieren das Tempo an der Spitze mit. Larissa Papenmeier setzte im Training die schnellste Zeit und gewann taktisch cool und überlegen den ersten Lauf vor der Weltpokalsiegerin des vergangenen Jahres, Kathi Prumm aus Neuseeland, und der Französin
Livia Lancelot.
Steffi Laier, über Jahre hinweg Garantin für schnellen Damen-Motocross-Sport in Deutschland und den USA, haderte im ersten Durchgang mit der Technik. Sie musste ihr Motorrad mit Defekt abstellen, verschaffte sich mit einem klaren Sieg in Rennen zwei allerdings Genugtuung. Als ob das für die einheimischen Fahrerinnen nicht schon genug wäre, gelang Maria Franke mit einem starken vierten und zweiten Rang der Sprung auf den zweiten Gesamtplatz hinter Papenmeier. Bei noch zwei ausstehenden Rennen im Rahmen der Motocross-WM in Schweden und den Niederlanden sind die Aussichten der deutschen Pilotinnen perfekt. Vielleicht sorgen die jungen, erfolgreichen Mädels für insgesamt mehr Respekt und Aufmerksamkeit des Motocross-Sports – verdient hätten es Männlein und Weiblein.

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