Grand Prix Barcelona/E (Archivversion)

Normalerweise wäre ein Top-Ten-Ergebnis für uns als Außenseiterteam eine tolle
Sache – und ein großartiger Erfolg für mich, der zusätzlich zur sportlichen Freude auch noch mit einer Punkteprämie versüßt wird. Doch so wie heute will ich nicht zu Punkten kommen, das möchte ich ganz klar sagen. Der Startunfall tut
mir leid für alle Beteiligten, insbesondere natürlich für meine Ducati-Markengefährten Sete Gibernau und Loris Capirossi, zumal Loris in der WM mit
an der Spitze lag und seine Hoffnungen im Titelkampf dadurch zunächst mal erschüttert wurden. Was uns betrifft, kämpfen wir weiterhin mit den
bekannten Problemen. In Barcelona war nicht nur unser Rückstand zur Spitze, sondern auch der
zu den Tech3-Yamaha-Piloten Carlos Checa und James Ellison auffällig, die angeblich keine anderen Dunlop-Reifen zur Verfügung haben als wir auch. Was nicht zusammenpasst, ist, dass ich beim Türkei-GP noch mit Checa kämpfen konnte und auch in Shanghai dicht an ihm dran war, nun in Barcelona aber über 40 Sekunden auf ihn
und 14 Sekunden auf seinen Teamkollegen Ellison verloren habe. Deshalb sind wir überzeugt: Bei den Reifen fürs Tech3-Team und bei unseren ist nur die Farbe gleich. Für mich als Fahrer ist und bleibt es enttäuschend, mit solchen Nachteilen beim Reifengrip antreten zu müssen. Ich riskiere meinen Hals, um möglichst gute Ergebnisse zu
erzielen, gleichzeitig ist unser Aktionsradius limitiert wie der einer Schildkröte. Natürlich hoffe
ich weiter auf Verbesserungen, beobachte aber auch aufmerksam, was sich sonst alles tut im Fahrerlager. Zum Beispiel waren Eskil Suter und Mario Illien zu Besuch in Barcelona. Suter hat mir verraten, dass die neue MotoGP-Maschine der beiden bald fahrfertig sein wird. Im Fahrerlager kursierten bereits Gerüchte, ich würde die ersten Tests absolvieren. Offensichtlich gibt es Leute,
die besser informiert sind als ich – denn ich weiß davon nichts.“

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