Grand Prix compact (Archivversion) Zwei überlegene Sieger

Mattia Pasini siegt jetzt bei den 125ern so überlegen wie Jorge Lorenzo bei den 250ern.

Mattia Pasinis Strafaktion hatte Erfolg: Seit der Italiener beim Barcelona-Grand-Prix wütend auf seinem liegen gebliebenen Motorrad herumgetrampelt war, läuft die blaue Polaris-World-Aprilia ohne Mucken und bescherte ihrem Reiter sowohl in England als auch in Assen einen überlegenen Sieg.
Spannender war das Herzschlagfinale um den zweiten Platz in Holland, bei dem Gabor Talmacsi seinen Aspar-Aprilia-Teamkollegen Hector Faubel auch dadurch nicht aufhalten konnte, dass er ihm kurz vor dem Zielstrich in die Bremse zu greifen versuchte – so jedenfalls eine der verschiedenen, von Talmacsi natürlich heftig dementierten Interpretation des nebenstehenden Fotos.
Knapp zwölf Sekunden später kam Sandro Cortese auf Platz acht ins Ziel, nachdem er sich seiner Verfolger Michi Ranseder und Stefan Bradl in einem munteren Dreikampf entledigt hatte. Freilich war auch Platz zehn für Stefan Bradl ein weiterer Meilenstein in Richtung Grand-Prix-Comeback. »Der Hinterreifen war eine Spur zu weich. Dafür hat Stefan sauber mitgemischt«, war Papa Helmut begeistert.
Im 250er-Rennen von England baute Jorge Lorenzo bei strömendem Regen einen Sturz und musste davon absehen, weitere Kolonialgebiete in Besitz zu nehmen. Er habe bei seinem Rivalen Anzeichen von Nervosität entdeckt, erklärte Sieger Andrea Dovizioso. Um eine Antwort war der so gedemütigte Weltmeister eine Woche später in Assen nicht verlegen. Nicht nur, dass er überlegen gewann und endlich wieder seine Konquistadorenfahne in fremdes Erdreich wuchten konnte. Obendrein setzte er sich nach dem Zieleinlauf mit seinem mittlerweile bereits legendären Double an ein Teetischchen, um ein beruhigendes Getränk einzunehmen.
Das würde derzeit auch Tom Lüthi guttun. Weil in Mugello und Barcelona seine Unterarme angeschwollen waren, ließ er dieses Rennfahrerleiden durch eine Operation beheben und war eine Woche später in England schon wieder einsatzbereit - bis zu einem schweren Sturz im Training und einem weiteren, endgültigen Ausrutscher im nassen Rennen. In Assen bekam er taube Finger und musste aufs Samstagstraining verzichten. Im Rennen fuhr er, von Rennarzt Dr. Claudio Costa kurzfristig fit gemacht, an toller fünfter Stelle mit. Doch die Mühe war abermals umsonst: Diesmal brach ein Kolbenring. f

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