Grand Prix Italien (Archivversion)

D er angenehmste Teil des Mugello-Grand-Prix fand für mich am Samstagabend statt. In unserer Team-Hospitality stieg eine Party, bei der nicht weniger als sechs Schönheitsköniginnen zu Gast waren – von »Miss Italy« bis zu »Miss Eleganza«. Weniger schön war, was mir im Rennen passierte: Ich sah, dass Carlos Checa, James Ellison und auch Chris Vermeulen nicht so rich-
tig von mir wegfahren konnten, worauf bei mir
die Rennfahrerpferdchen durchgingen und ich
in einer Bergab-Rechtskurve übers Vorderrad gestürzt bin. Bemerkenswerte Resultate hätte freilich auch eine Zielankunft nicht mit sich gebracht. Im Jahr 2003 bin ich auf der damals gewiss nicht konkurrenzfähigen Kawasaki 53 Sekunden nach dem Sieger ins Ziel gekommen, diesmal lief Checa mit 56 Sekunden Rückstand ein – auf der letzt-
jährigen Weltmeister-Yamaha wohlgemerkt. Das spricht für sich und zeigt, wo wir derzeit mit den Dunlop-Reifen stehen.
Ich habe den Rest des Rennens dann als Zuschauer genossen – wie Michael Schumacher auch, der mit zeitweise offenem Mund am Streckenrand stand. Der MotoGP-Lauf war beste Werbung für unseren Sport, und natürlich freut’s mich für Ducati und Loris Capirossi, dass sie so mitspielen und am Ende womöglich auch ein Wörtchen um den Titel mitreden können. Der Motor der Ducati ist über alle Kritik erhaben, nur was das Fahrverhalten angeht, ist die Ducati immer noch ein sehr spezielles Motorrad. Im Vergleich zu anderen erinnerte der Fahrstil von Loris trotz Supergrip in Mugello immer noch an einen Rodeoritt. Wobei es gegen einen wie Rossi natürlich auch schwer ist. Es beeindruckt mich, wie der in den letzten Runden stets noch einen Pfeil im Köcher hat und davonzieht.
Dass Valentino sich entschieden hat, bei Yamaha zu bleiben und der Formel 1 einen Korb zu geben, finde ich gut. Das ist ein unschätzbarer Gewinn für den MotoGP-Sport.

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