Grand Prix Jerez/E: Erster Trainingstag Ralf Waldmann vorerst Spitze

Jerez/E (friek) – Die Europa-Saison der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft hat begonnen: Am heutigen Freitag fanden die ersten Trainingsläufe zum Grand Prix von Jerez im Süden Spaniens statt. Bei den 250ern an vorderster Front: Der deutsche Aprilia-Werksfahrer Ralf Waldmann. Nach dem ersten Qualifikationstraining am Nachmittag hielt er mit einer Rundenzeit von 1'44.390 Minuten den Spitzenplatz vor dem japanischen Yamaha-Werksfahrer Shinya Nakano (1'44.758) und dem Honda-Werks-Piloten Tohru Ukawa (J, 1'44.854). Waldmanns Teamkollege Klaus Nöhles erreichte mit einer Zeit von 1'46.689 Platz 14, Alex Hofmann wurde auf seiner Aprilia 21. (1'47.072). »Ich komme seit 1987 hierher«, erklärte Waldmann, »Jerez ist mein zweites zuhause. Aprilia testet hier sehr viel, das ist auch kein Nachteil. Seit dem Rennen in Japan haben wir auch zwei identische Chassis zur Verfügung, das erleichtert die Abstimmungs-Arbeit. Wir haben für die Hinterradfederung eine Lösung gefunden, die mir mit einem ganz normalen Reifen – keinem speziellen Qualifikations-Gummi – jede Menge Grip gibt, der Reifen klebt unglaublich auf der Piste. Ich konnte deshalb heute die schnellste Runde meiner Laufbahn in Jerez fahren. Dabei musste ich sogar noch zwei Kollegen überholen – es ist also noch mehr drin.«

Ralf Waldmann: Schnellster 250er-Fahrer im ersten Qualifikationstraining: »Da ist noch mehr drin...«Foto: Kirn
Etwas weniger erfolgreich agierten die die deutschen Fahrer im 125er-Training, das der italienische Aprilia-Fahrer Roberto Locatelli in 1'48.260 Minuten für sich entschied. Reinhard Stolz wurde mit seiner Honda auf Rang 20 registriert (1'51.575), Steve Jenker war auf der Aprilia als 21. noch langsamer (1'51.627). Erneut stark: Youichi Ui, der Japaner in Diensten des spanischen Derbi-Werks. Er legte mit 1'48.868 Minuten die zweitbeste Zeit vor. »Ich war zwar noch mit der älteren Motorenversion unterwegs, aber die Bestzeit habe ich erst ganz am Ende des Trainings an Locatelli verloren. Ich kann vielleicht noch etwas machen, mal sehen, wie das Wetter wird.« Da könnte Ui Pech haben: Für den Samstag ist in Spanien Regen angesagt.

Youichi Ui: Der Japaner mischt auf der spanischen Derbi wieder ganz vorne im 125er-Feld mitFoto: Kirn
Bei den 500ern dominierte wie erwartet Kenny Roberts auf der Werks-Suzuki lange Zeit – bis ihm Yamaha Werksfahrer Max Biaggi in den letzten Sekunden noch die Bestzeit abspenstig machte. Biaggi (I/Yamaha) zauberte in 1'43.182 Minuten eine Jerez-Runde auf die Piste und war damit 37 Tausendstel Sekunden schneller als Roberts (USA/Suzuki). Weltmeister und Lokalmatador Alex Crivillé (E/Honda) wurde Dritter (1'43.639). Biaggi blieb jedoch auf dem Teppich: »Wir sind nach den problematischen letzten Rennen auf dem richtigen Weg. Die vorläufige Pole Position bedeutet nicht viel – aber sie bringt ein Lächeln auf die Gesichter meiner Jungs in der Box.«

Max Biaggi auf der Werks-Yamaha verdrängte WM-Favorit Kenny Roberts (Suzuki) in den letzten Trainingssekunden von der SpitzeFoto: Kirn
Umfassende Bild-Reportage in MOTORRAD 11/2000 (am 12. Mai 2000 am Kiosk). Vollständige Ergebnisse bei Motograndprix.

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