Grand Prix Mugello/I: Erster Trainingstag Waldmann und Nöhles: das deutsche Aprilia-Werks-Team in bestechender Form

Ralf Waldmann und sein Mannschaftskamerad Klaus Nöhles, die beiden Piloten des deutschen Aprilia-250-Werksteams, zeigten sich beim ersten Trainingstag vor dem Motorrad-Straßen-WM-Lauf in Mugello/Italien bei bester Laune. Waldmann schloss das erste Qualifikationstraining am Nachmittag mit einer Zeit von 1'54.957 Minuten vor dem italienischen Aprilia-Testfahrer Marcellino Lucchi (1'54.987) als Schnellster ab. Nöhles erreichte mit 1'56.442 den vorläufigen Startplatz sieben und auch der dritte Deutsche im 250er-Feld, Alex Hofmann, landete mit seiner Aprilia als Neunter (1'56.894) noch in den Top Ten. Der in der Weltmeisterschaft führende Japaner Daijiro Katoh (Honda, 1'57.249) hatte auf der ihm unbekannten Piste noch Probleme und wurde Zehnter. Sein Landsmann Shinya Nakano (Yamaha, 1'55.632, Platz 4) fabrizierte einen furchterregenden Sturz, blieb aber weitgehend unverletzt und wird weiterhin am Wettbewerb teilnehmen können.
Da kann Aprilia-Kollege Marco Melandri (vorn) nur staunen: Ralf Waldmann stürmte beim ersten Qualifikationstraining in Mugello an die SpitzeFoto: Kirn
»Heute morgen habe ich einen kleinen Abflug gemacht«, berichtete Waldmann, »mein Fehler: Ich habe zu früh Gas gegeben und einen Highsider produziert – zum Glück habe ich mir nicht wehgetan. Das Motorrad ist gut, man merkt, dass es hier geboren ist. Deshalb überrascht es mich auch nicht, dass Lucchi und ich, die beiden alten Männer mit zusammen 76 Jahren, hier die Schnellsten sind.« Klaus Nöhles kam mit dem Kurs in der Toskana gut zurecht: »Hier habe ich mich von Anfang an Wohl gefühlt. Die Strecke ist flüssig, nicht so ein Gehacke wie in Le Mans, wo man sehr aggresiv fahren muss. Hier sind präzise Linien gefragt.«
Im Training der 125er-Klasse besetzten italienische Fahrer die Positionen eins bis fünf, allen voran Simone Sanna (Aprilia, 2'00.256). Die Deutschen Steve Jenkner (Aprilia, 2'02.158) und Reinhard Stolz (Honda, 2'02.241) belegten die Plätze 16 und 18. Doch was in Italien hauptsächlich interessierte, spielte sich erwartungsgemäß bei den 500ern ab. Valentino Rossi gegen Max Biaggi – das Duell wollen alle sehen, und in dieser Reihenfolge wurden die beiden auch nach dem ersten Qualifikationstraining notiert. Rossi (Honda) legte eine 1'53.066-Runde vor, Biaggi (Yamaha) blieb mit 1'53.640 etwas zurück, und WM-Aspirant Kenny Roberts (USA/Suzuki, 1'53.653) schaute von Platz drei aus dem munteren Treiben zu.

Honda-Jungstar Valentino Rossi (links) erkundigt sich bei Altmeister Mick Doohan...Foto: Kirn

...wie er diesen Mann in Mugello schlagen kann: Max Biaggi auf der Werks-YamahaFoto: Kirn
Umfassende Bild-Reportage vom Mugello-GP in MOTORRAD 13/2000 (am 9. Juni 2000 am Kiosk). Vollständige Ergebnisse bei Motograndprix.

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