Grand Prix Mugello/I:Zweiter Trainingstag Deutsche 250er-Piloten in Startreihe eins, zwei und drei

Mugello/I (friek) – Ein aus deutscher Sicht äußerst erfreuliches Ergebnis zeitigte das Abschlusstraining der 250-ccm-Klasse beim Motorrad-Grand Prix in Mugello/Italien. Ralf Waldmann startet mit einer Zeit von 1'54.378 Minuten als Vierter aus Startreihe eins, Teamkollege Klaus Nöhles (1'55.173) geht als Siebter aus der zweiten Reihe ins Rennen und Alex Hofmann (1'56.245) rette mit Platz zwölf die letzte Startposition in der dritten Reihe. Zwar hätte Waldmann gerne die Pole Position verteidigt, die er nach dem ersten Trainingstag besetzt hatte, doch die holte sich Aprilia-Senior Marcellino Lucchi (1'53.928), der als festangestellter Testfahrer des Werks die Mugello Piste wie seine Westentasche kennt. Auch den beiden Yamaha-Werksfahrern Shinya Nakano (J, 1'54.270) und Olivier Jacque (F, 1'54.323) musste Waldmann noch den Vortritt lassen. WM-Spitzenreiter Daijiro Katoh (J/Honda, 1'55.490), ein Mugello-Neuling, reihte sich als Achter noch hinter Klaus Nöhles ein.
Klaus Nöhles in Mugello: Der deutsche Aprilia-Youngster überzeugte mit seinem bislang besten Traininsgergebnis in der 250er-KlasseFoto: Kirn
Platz vier ist keine schlechte Ausgangsposition für Waldmann, der auch im Abschlusstraining lange Zeit führte. Sollte Lucchi seinen Mugello- Bonus umsetzen und gewinnen können, würde das für Waldmann im Hinblick auf die WM-Tabelle kein Problem sein. Ob Nakano, im WM-Klassement derzeit vor Waldmann, sein Rennen problemlos zuende fahren kann, steht in den Sternen: Der Japaner war im Freitags-Training schwer gestürzt und konnte sich vor Schmerzen auch am Samstag nur mühevoll aufs Motorrad setzen. Und der Zweikampf Waldmann/Jacque ist ein Klassiker, den Waldmann auch schon für sich entscheiden konnte.
Ralf Waldmann (links) und Klaus Nöhles: Die beiden Fahrer des deutschen Aprilia-Werks-Teams lassen nach dem Qualifikationstraining für das Aprilia-Heimat-Rennen auf beste Ergebnisse hoffenFoto: Kirn
Im Training der Halbliter-Klasse holte sich überraschen der brasilianische Honda-Pilot Alexandre Barros (1'52.811) die erste 500er-Pole Position seiner Laufbahn – vor dem italienischen Yamaha-Werksfahrer Max Biaggi (1'52.934) und dessem ärgsten Rivalen Valentino Rossi (1'53.066) auf der Werks-Honda. Biaggi hatte seine Zeit nach einem Trainings-Poker in Formel-1-Manier erst in der allerletzten Runde abgeliefert, während Rossi seinen dritten Startplatz mit der Freitags-Zeit verteidigte und im Abschluss-Training nichts mehr zusetzen konnte – oder wollte. Bei den 125ern setzte sich der Italiener Roberto Locatelli (1'58.923) durch. Steve Jenkner aus Hohenstein-Ernstthal kam mit 2'00.947 Minuten auf den zehnten Startplatz und erfüllte damit sein Plansoll. Reinhard Stolz wurde mit 2'02.241 Minuten auf Rang 22 einsortiert.

Der Hintereingang zur Box des italienischen Honda-Helden Valentino Rossi in Mugello: dicht belagert von Prominenz und Presse, Fans und FotografenFoto: Kirn
Umfassende Bild-Reportage vom Mugello-GP in MOTORRAD 13/2000 (am 9. Juni 2000 am Kiosk). Vollständige Ergebnisse bei Motograndprix.

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