Grand Prix Portugal in Estoril (Archivversion) Es war einmal in Amerika

Seit Italiener und Spanier in der MotoGP-Klasse das Szepter schwingen, ist es stiller geworden um die amerikanischen Helden im GP-Sport. MOTORRAD bringt die US-Weltmeister und ihre Welten wieder ins Rampenlicht – mit einem Interview, in dem es um ganz andere Dinge als um Motorräder geht.

Es war im Jahr 2000: Kenny Roberts trat als King Kenny junior in die Fußstapfen seines berühmten Vaters und holte die Krone der Königsklasse im Motorradsport, die 500-cm3-Weltmeisterschaft. Im gleichen Jahr gewann Honda-Star Colin Edwards seinen ersten Titel in der Superbike-WM, ein Husarenstück, das er zwei Jahre später wiederholte, bevor er ins
MotoGP-Fahrerlager wechselte.
Seither ist es still geworden um die amerikanischen Helden. Notorischer Leistungsmangel an der Suzuki von Kenny
Roberts, nervtötendes Chattering an der Honda von Colin Edwards – der amerikanische Traum scheint ausgeträumt.
Im Fahrerlager, dort, wo die mächtigen Motorhomes geparkt sind, geht er freilich weiter. Colin Edwards genießt das GP-
Zigeunerleben mit seiner Frau Alyssia und seiner kleinen Tochter Gracie, macht Fahrerlager und Motorhome zu einer großen, vergnügten Spielwiese. Geboren in Houston und ansässig in Conroe, ist der 30-jährige »Texas Tornado« einer der lässigsten, gut gelauntesten Stars.
Kenny Roberts junior lebt dagegen viel zurückgezogener. In einem Haus mit Vorgarten im kalifornischen Flecken Turlock bei Modesto und in seinem mit viel Dämmmaterial sorgfältig von Außengeräuschen abgeschirmten Super-Motorhome. Mit seiner Frau Rochelle bleibt er am liebsten
einer täglichen, gut eingespielten Routine treu, in der es vor allem um richtiges Training, richtiges Essen und um die Technik seines Motorrads geht.
Beide leben ihren amerikanischen Traum. Hier der wilde »Texas Tornado« mit Indianerblut in den Adern, der einfach Gas geben will, auf der Strecke wie im normalen Leben. Dort der bürgerliche Kenny Roberts junior, der sein Lebensziel erfüllt sieht, seit es ihm gelang,
die erste Vater-Sohn-Weltmeisterschaft der Geschichte sicherzustellen.
Um etwas mehr von ihren Welten zu entdecken, hat MOTORRAD die beiden Champions mit einer Serie
bekannter Bilder konfrontiert – und dabei einige engagierte und vergnügliche Kommentare eingefangen.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote