Grand Prix Qatar (Archivversion)

Auf der Losail-Piste wurden wir kalt erwischt – von Mangel an Grip zu reden ist eine Untertreibung. Der Kontakt zur Strecke existierte einfach nicht. Ich hatte keinerlei Feedback vom Motorrad, was letztlich bedeutet, dass alle Abstimmungsversuche sinnlos waren – denn wenn du nicht spürst, was
verstellt wurde, kannst du es auch gleich bleiben lassen. Nach dem
Abschlusstraining lag ich vier Sekunden hinter der Pole Position, und das ist mir in meiner Karriere noch nie passiert. Meine beste Zeit habe ich dabei mit Rennreifen erzielt, die so genannten Qualifiers waren sogar noch eine halbe Sekunde langsamer.
Dabei sagte Dunlop anfangs, Losail sei die beste Strecke für ihre Reifen. Das macht mir nun wirklich Angst. Wenigstens hat Teamchef Luis d’Antin offene Worte gesprochen und in der Team-Pressemitteilung gesagt, dass wir auf diese Weise nur sinnlos Benzin und Ersatzteile verheizen.
Im Rennen kam es noch dicker. Vom 18. Startplatz konnte ich mich zwar an die elfte Position pfeilen. Noch in der ersten Runde aber flog Randy de Puniets Kawasaki direkt an meinem Kopf vorbei und berührte mich sogar noch am linken Arm. Das war haarsträubend – ich bin selber nicht gestürzt, doch ein Motorrad flog über mich drüber. Nach dieser Aktion war ich über zehn Sekunden hinter dem Feld und habe unge-
fähr sechs Runden gebraucht, bis ich wieder voll konzentriert bei der
Sache war. Das Rennen war natürlich gelaufen. Immerhin habe ich meinen d’Antin-Ducati-Teamkollegen Cardoso noch schnappen können, wurde so wenigstens nicht Letzter und habe sogar noch ein Pünktchen abgestaubt.

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