Grand Prix Spanien (Archivversion)

e Erste TestsKiyonarifür KatoAls Nachfolger des tödlich verunglückten Honda-Werkspiloten Daijiro Kato wurde der 20-jährige Ryuichi Kiyonari auserkoren. Kiyonari kommt aus Saitama, derselben Stadt, aus der auch Kato stammte. Er wurde mit sechs Siegen in acht Rennen überlegener japanischer Supersport-Meister 2002 und holte beim Supersport-WM-Lauf in Sugo vor wenigen Wochen den zweiten Platz. In Jerez wurde der Japaner aber nicht sofort ins kalte Wasser geworfen: Er durfte das MotoGP-Geschehen zunächst vom Fahrerlager aus betrachten, bevor er die Telefonica MoviStar-Honda am Montag nach dem Rennen erstmals ausprobierte. Dass das Team keinen Fahrer aus dem Lager der leichtgewichtigen japanischen 250er-Piloten, sondern einen breitschultrigen Athleten mit Viertakterfahrung auswählte, unterstreicht das neue Verständnis der MotoGP-Klasse: Das Bändigen der 220-PS-Biester ist anders als bei den alten 500er-Zweitaktern kein filigranes Fingerspiel.e Harris-WCMWieder Veto Die Harris-WCM, schon in Südafrika vom Weltverband FIM wegen regelwidriger Seriennähe aus dem MotoGP-Startfeld verbannt, wurde in Jerez mangels technischer Modifikationen abermals abgewiesen. Eigene Motorgehäuse, mit denen das Team statt der modifizierten Yamaha-R1-Triebwerke antreten könnte, sind noch längst nicht fertig. Teammanager Peter Clifford ging daraufhin vor das FIM-Schiedsgericht CDI und plant im Notfall, als letzte Instanz das internationale Sportgericht CAS in Lausanne einzuschalten.e Proton V5Debüt geplatztEigentlich sollte die neue Viertakt-Proton V5 in Jerez ihr Debüt erleben. Wegen Problemen mit dem Öldruck und daraus resultierender Pleuelschäden gaben Nobuatsu Aoki und Jeremy McWilliams allerdings abermals mit den alten Zweitakt-Dreizylindern Gas. Die nach dem Jerez-GP geplanten Tests in Spanien wurden ebenfalls abgesagt. »Wir erledigen auch die nächsten Probefahrten in England. Denn dort ist wenigstens unsere Werkstatt in der Nähe«, erklärte Teambesitzer Kenny Roberts.e Zwei ComebacksBayle und MelandriMarco Melandri, dem Ärzte nach seiner schweren Knöchelverletzung im Training von Suzuka eine monatelange Pause vorausgesagt hatten, war durch die Intensivpflege von Grand-Prix-Arzt Claudio Costa in Jerez schon wieder fit genug für eine Rennteilnahme mit der MotoGP-Yamaha. Der Italiener platzierte sich als 17. zwischen den Kawasaki-Teamkollegen Alex Hofmann und Garry McCoy. Außerdem kreuzte Ex-Motocross-Superstar Jean-Michel Bayle als Gast in der Suzuki-Box auf und kündigte an, dem Team als Testfahrer zu helfen. Womöglich tritt er beim nächsten Rennen in Le Mans als Wild-Card-Fahrer an.

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