Grand Prix Südafrika (Archivversion) Von der Hölle in den Himmel

Nach langer Verletzungspause überrascht 250er-Neuling Dani Pedrosa mit einem Sieg.

Neben Valentino Rossis Husarenstück gab es beim WM-Auftakt in Südafrika eine weite-
re Sensation: 125-cm3-Weltmeister Dani Pedrosa schrieb sich im Alter von 18 Jahren, 7 Monaten und 11 Tagen als jüngster GP-Sieger der 250er-Klasse in die Renngeschichte ein. Außerdem war er erst der dritte Pilot der GP-Historie nach Jim Filice (USA 1988, Honda) und Manuel Poggiali (Suzuka 2003, Aprilia), dem gleich beim 250er-Debüt ein Sieg gelang. Dabei hatte der kleine Spanier, der sich unmittelbar nach seinem Titelgewinn 2003 im Training zum Australien-GP beide Beine brach, gerade erst drei Monate Zwangspause hinter
sich und konnte erst im März – wenige Wochen vor Saisonbeginn – mit den ersten Testfahrten auf seiner Telefonica-MoviStar-Werks-Honda beginnen. »Nach dem, was ich durchgemacht habe, fühlt sich dieser Sieg an, als sei ich von der Hölle in den Himmel aufgestiegen«, freute sich Pedrosa. Beim Fahren verblüffte er durch die Kaltblütigkeit,
mit der er eine halbe Runde Rückstand auf den führenden Randy de Puniet wett machte, und durch die Cleverness, mit der er sich am Ende trotz aufgeriebenem Vorderreifen
gegen den Franzosen behauptete. »Mein Ziel bleibt gleich: mich an diese Klasse zu
gewöhnen«, hielt Pedrosa bei der Frage nach seinen Zukunftsaussichten den Ball flach. Sein Teamchef Alberto Puig konnte sich die Vorfreude auf den nächsten WM-Titel allerdings nicht verkneifen. »Dani ist der Konkurrenz als Fahrer definitiv einen Schritt voraus«, rieb er sich die Hände.
Während Chris Gemmel seine Honda mit technischem Defekt abstellen musste, erkämpfte sich Dirk Heidolf bei seiner Premiere im spanischen 250er-Team von Jorge Martínez als 14. immerhin zwei WM-Punkte. »In unserer Garage wurden Wetten abgeschlossen, ob ich Punkte erbeuten würde oder nicht. Denen, die auf mich gesetzt haben, zahle ich ein Bier«, kündigte der Sachse vergnügt an. Weniger begeistert war sein Landsmann Steve Jenkner mit dem achten Platz bei den 125ern. »Wir sind zwar schneller als letztes Jahr, aber nicht schnell genug. Fahrwerksmäßig sind wir nicht bei 100 Prozent, der Motor geht auch nicht optimal, kommentierte der Aprilia-Pilot seinen verhaltenen Start in die neue Saison, in der er eigentlich um den WM-Titel mitkämpfen möchte.

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