Grand Prix USA (Archivversion)

Eigentlich ist Laguna Seca
gewiss keine Ducati-Strecke.
Loris Capirossi war als Bester unserer Fraktion an 13. Stelle qualifiziert und wurde im Rennen Achter, Sete Gibernau stand auf Startplatz 16 und beendete das Rennen als Zehnter. Auch ich hatte mir nach Rang 17 im Training keine großen Hoffnungen gemacht.
Doch Laguna Seca steht eigentlich schon immer im Ruf, eine Dunlop-Strecke zu sein, und im Rennen lief es dann für mich zunächst viel besser als erwartet. Ich erwischte einen guten Start und kämpfte lange Zeit mit Makoto Tamada, der auf dieser engen Piste schwierig zu überholen war. Zu Rennmitte habe ich ihn schließlich geschnappt und machte dann Jagd auf Sete Gibernau, den ich in Runde 23 erwischte. Danach steckte ich zwischen den beiden Marlboro-Ducati-Piloten und stellte zu meiner Überraschung fest, dass sogar Loris Capirossi allmählich
näher kam. Bis ich einen Rutscher hatte und knapp an der Sturzgrenze war, worauf ich beschloss, die
restlichen Runden hinter meinem
Markengefährten sicher zu Ende zu bringen. Immerhin lag ich an elfter Stelle, und nach Rossis Ausfall wäre ein feiner zehnter Platz daraus
geworden – vor den Augen des
Ducati-Präsidenten Federico Minoli, der den US-GP und das Geschehen der US-Superbike-Serie live vom Streckenrand verfolgte.
In der letzten Runde, 300 Meter vor dem Ziel, platzte mein schöner Traum leider wie eine Seifenblase. An einer Stelle, wo der Asphalt schon beschädigt war, habe ich meine Linie vielleicht um einige Zentimeter verpasst, ich weiß es nicht. Jedenfalls rutschte mein Motorrad urplötzlich weg, ich vollführte einen Rodeoritt über die ganze Streckenbreite und wäre mir dabei fast über den eigenen Stiefel gefahren. Einen Sturz konnte ich nicht mehr vermeiden. Ich konnte das Motorrad zwar wieder aufrichten und fuhr noch als 14. ins Ziel, war aber alles andere als glücklich über die beiden WM-Punkte – so ein Resultat ist schwer zu verkraften, wenn man bis 300 Meter vor Schluss das geilste Rennen des Jahres hinter sich gebracht hat. Es ist zum Haare raufen.
Dass auch andere wie Valentino Rossi Pech hatten, ist ein schwacher Trost. Denn die Chance wie
in Laguna Seca, in die Top Ten der MotoGP-Klasse vorzustoßen, bietet sich mit unserem Paket selten. Ich kann nur hoffen, dass eine solche Chance vor dem Saisonende noch einmal kommt. Einen solchen Fehler werde ich nie wieder machen – das habe ich mir geschworen.

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