Hallen-Super Moto München: Reportage (Archivversion) Im kleinen Kreis

Die einen driften unterm Olympiadach, die anderen in der Pferdemanege:
Hallen-Racing ist in. Auch in der Provinz.

Szenwechsel: Neustadt an der Dosse
in Brandenburg, bis vor einem Jahr Motorsport-Niemandsland. Dann entdeckte der Berliner Promoter Jan Sievers, dass
es in dem 10000-Einwohner-Städtchen eine Reithalle mit ovalem Geläuf und rund 3000 Zuschauerplätzen gibt. Das müsste reichen, um in der Lindenauhalle vier Speedwayfahrer zugleich im Kreis driften zu lassen und mit
einer Portion Show nach Münchner Strickmuster genügend Fans der Stahlschuh-Piloten unters Dach zu locken.
Die 2004 auf zwei Tage und eine Nacht ausgedehnte »Night of Speedway« (NoS) begann für die Methanol-Heizgeräte nach einer Laser-Show und einer effektvollen Fahrerpräsentation. Vier Runden à 90 Meter im Kreis – die im Bahnsport üblichen kurzen Renndistanzen schrumpften zur Zeitraffer-Show. Der 25-jährige Stephan Katt hatte dafür das
beste Rezept: »Eine große Übersetzung und keine wilden Aktionen.« Der Holsteiner mit Beinamen »Catman« war vom ungewohnten Ambiente äußerst angetan: »Ein absoluter
Topevent«, lobte der Katzenmensch, zu dessen Gegnern auch »Superman« gehörte. Der im Comicdress startende Fahrer wurde erst auf dem Siegerpodium als Roman Powashny aus Russland demaskiert. Andere Größen des Driftovals waren in Neustadt ebenfalls aktiv, wie Weltmeister Gerd Riss. Weil 90
Meter im Kreis für einen Langbahn-Champion aber nicht standesgemäß sind, ließ der sein Motorrad zu Hause und schenkte zusammen mit den deutschen Speedwaymeistern Mirko Wolter und Mathias Schultz Freibier aus. ts

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