IDM Salzburgring (Archivversion) Heiße Reifen

Reifen sind für Motorradfahrer immer ein heißes Thema. Das gilt derzeit ganz besonders für die Superbiker und Supersportler der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft IDM.

Beinahe wäre in Vergessenheit geraten, dass in der IDM Superbike neben fünf Motorradherstellern auch zwei Reifenproduzenten aktiv sind, um die Qualität ihrer Produkte anzupreisen. So stark war die Dominanz von Pirelli geworden, dass Konkurrent Bridgestone sich bereits aus der Superbike-Klasse verabschiedet hat und Dunlop ein Sparprogramm mit weniger als einem halben Dutzend Piloten fährt. Dazu schien die Kombination aus Superbike-Meister Martin Bauer, seiner Holzhauer-Honda und den Pirellis unschlagbar zu sein. Sechs Rennen, sechs Siege lautete die Zwischenbilanz nach den ersten drei IDM-Veranstaltungen des Jahres.

Doch jetzt schlägt Dunlop-Speerspitze Jörg Teuchert zurück. Die extreme Hitze am Sachsen- und Salzburgring bereitete den Pirelli-Piloten Probleme, in Sachsen stürzte Bauer gar, während Teuchert beide Rennen gewann. Auch in Salzburg wäre ihm dieses Kunststück beinahe gelungen, hätte ihm nicht der vorzeitige Rennabbruch wegen eines Sturzes die Strategie verhagelt.

„Dunlop strengt sich an“, erklärt Teuchert-Teamchef Michael Galinski, „seit 2008 gibt es in der englischen Meisterschaft eine Einheitsreifenregelung, und da hat Pirelli Dunlop verdrängt. Dafür haben wir jetzt immer Renntechniker aus England bei der IDM.“ Das scheint den Galinksi-Yamaha-Fahrern zu helfen. In Salzburg holte Jörg Teuchert die Plätze eins und zwei, Nina Prinz wurde Achte und Siebte, Andrzej Pawelec sammelte als Zwölfter Punkte.

Reifen-Schlagzeilen ganz anderer Art liefert die IDM-Supersport. Spektakulär war der Einstieg von Continental als neuer Reifenlieferant, der bereits zur Mitte der Saison 2007 durch einen Sieg Philipp Hafenegers auf dem Nürburgring von Erfolg gekrönt wurde. Aufsehen erregend auch die Entscheidung des G-Lab-Triumph-Teams, mit Arne Tode und Philipp Hafen-eger auf Conti-Pneus auszurücken – zweifelsohne ein Team für den Titel. Fast schon skandalträchtig der Knall, mit dem die Dreierkooperation jetzt platzte.

Tode hatte bereits vor dem Saisonstart die Contis gegen Pirellis getauscht, und weil Hafeneger in den ersten Rennen des Jahres stets in Todes Schatten stand, sattelte er am Nürburgring ebenfalls um – und fuhr prompt aufs Podest. Womit die von G-Lab-Chef Dietmar Franzen eingeplanten Conti-Erfolgsprämien perdu waren und sich eine Lücke im Budget auftat. Die sollte Hafeneger stopfen, doch der wollte nicht bedingungslos die Rolle des Bösewichts geben. Die ihm übrigens auch von anderer Seite angedient wird: „Er war schnell, aber kein brillanter Entwicklungsfahrer“, sagt Conti-Renndienstmann Wolfgang Zeyen.

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