IDM: Titel für Tode, Hochspannung für Hockenheim (Archivversion)

Obwohl es kaum sportliche Gründe dafür gab, konnten die IDM-Rennen am Sonntag der Speedweek gegenüber dem samstäglichen Endurance-Wettbewerb kein Highlight mehr setzen. Natürlich hatte das eklige Regenwetter seinen Anteil daran, und auch die „Zusammenpacken-und-nix-wie-weg“-Aktionen der Endurance-Teams im Hauptfahrerlager direkt hinter den Boxen trugen alles andere als zur Stimmung eines üblichen IDM-Sonntags bei.

Die Rennen der Soloklassen dagegen ließen an Spannung nichts zu wünschen übrig. Selbst der zweite Supersport-Lauf des Wochenendes, bei dem sich Arne Tode mit einem umsichtig verteidigten dritten Platz vorzeitig den Titel sicherte, ließ die Fans mitzittern, weil sich die beiden Routiniers Herbie Kaufmann und Rico Penzkofer trotz absoluten Hochwassers herzhaft um den Sieg stritten.

Der Wasserstand auf der Piste bewog Formel-1-Altmeister und IDM-Neuling Michael Schumacher, der die Supersportler im Regen von der Hotelterrasse der Motorsportarena aus beobachtete, auf den Start im zweiten Lauf der IDM Superbike zu verzichten. Schumacher hatte spätestens im ersten Superbike-Rennen am Vormittag all diejenigen Lügen gestraft, die ihm unterstellt hatten, die ernsthafte deutsche Meisterschaft als Hobby-Spielwiese zu missbrauchen. Nach einer höchst beachtlichen Runde in 1.29,0 Minuten für Platz 13 qualifiziert, startete Schumacher auf eigenen Wunsch vom letzten und 32. Platz, tauchte auf feuchter Fahrbahn nach Runde eins an Position 19 auf und wurde schließlich 15. Schumachers Kollege im Holzhauer-Honda-Team, Titelverteidiger Martin Bauer, haderte fortwährend mit Setup-Problemen und schaffte nur einen dritten und einen sechsten Platz. Damit verlor der Tabellenführer vor dem Finale in Hockenheim erheblich an Boden gegenüber Herausforderer Jörg Teuchert, der beide Rennen gewann.

Auch bei den 125ern bleibt die Meisterschaftsentscheidung bis zum Endlauf am 7. September in Hockenheim offen. Das Achtelliterrennen musste wegen einsetzenden Regens und daraus resultierenden Stürzen in der Spitzengruppe unterbrochen und neu gestartet werden, wobei Marcel Schrötter mit einem taktisch klug gefahrenen zweiten Rennabschnitt dem Holländer Joey Litjens die Führung in der Zwischenwertung abjagte.


IDM-Stand nach sieben von acht Veranstaltungen
Superbike:
1. Martin Bauer (A/Honda) 282 Punkte; 2. Jörg Teuchert (Hersbruck/Yamaha) 265; 3. Andy Meklau (A/Suzuki) 204; 4. Werner Daemen (B/Suzuki) 199; 5. Roman Stamm (CH/Suzuki) 139; 6. Kai-Børre Andersen (NOR/MV Agusta) 78; 7. Gabor Rizmayer (HU/Suzuki) 76; 8. Dominic Lammert (Holzwickede/Suzuki) 75; 9. Günther Knobloch (A/Ducati) 74; 10. Olivier Depoorter (B/Suzuki) 68.

Supersport:
1. Arne Tode (Glauchau/Triumph) 231 Punkte*; 2. Vladimir Ivanov (RUS/Yamaha) 169; 3. Damian Cudlin (AUS/Yamaha) 166; 4. Herbert Kaufmann (Ismaning/Suzuki) 148; 5. Sébastien Diss (F/Kawasaki) 148; 6. Rico Penzkofer (Böhlen/Yamaha) 142; 7. Vladimir Leonov (RUS/Yamaha) 82; 8. Pascal Eckhardt (Sonthofen/Yamaha) 76; 9. Philipp Hafeneger (Solingen/Triumph) 67; 10. Kevin Wahr (Nagold/Suzuki) 67.

125 cm³:
1. Marcel Schrötter (Pflugdorf/Honda) 136 Punkte; 2. Joey Litjens (NL/Seel) 134; 3. Michael van der Mark (NL/Honda) 74; 4. Marvin Fritz (Neckarzimmern/Seel) 71; 5. Eric Hübsch (Lichtenstein/Aprilia) 53.


*Deutscher Meister 2008

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel