Indoor-Trial-WM Koblenz (Archivversion) Die Kunst der Stunde

Wer gewinnt in der Indoor-Trial-WM? Klar, Doug Lampkin oder Adam Raga. Es sei denn, jemand nutzt die Gunst der Stunde – so wie Honda-Werkspilot Takahisa Fujinami beim WM-Meeting in Koblenz.

Takahisa Fujinami hatte diesen
fokussierenden Tunnelblick, war angespannt wie ein Tiger vor dem
Sprung auf die Beute. Er wusste: jetzt oder vielleicht nie mehr. 43 Mal war der 23-jährige Japaner schon bei Indoor-
Trial-WM-Meetings angetreten. Doch gewonnen hatten immer andere. Und nun, hier beim vierten WM-Lauf der Saison in Koblenz, war seine Stunde gekommen. Endlich. Punktgleich mit Titelverteidiger Adam Raga vor der finalen Parallelsektion. Und der Honda-Werkspilot, im Freien immerhin fünffacher Vize-Weltmeister, gab alles. Rumpelte über das aus 40 Holzbalken bestehende Waschbrett mit einem Mut, den ihm nur diese
Situation verleihen konnte – und gewann. Die Fans in der Sporthalle tobten.
Denn sie waren, gerade hier in Koblenz, einen anderen Gewinner gewohnt. Doch Trial-Superstar Doug Lampkin vermieste sich seinen Ausflug nach acht
Siegen zum, nach eigenen Aussagen, »schönsten Hallentrial der Welt« höchstpersönlich. Der 27-jährige Brite patzte
gewaltig und schied – wohlgemerkt als WM-Leader – bereits in der Vorrunde aus. Eine Vorlage, die das spanische Ausnahmetalent Adam Raga, der dem siebenfachen Weltmeister in den Hallen seit
geraumer Zeit kräftig einheizt, wieder an die Tabellenspitze hievte.
Und sonst? Koblenz eben. Proppenvolle Halle, prima Präsentation, spektakuläre Sektionen. Auch im Umfeld klangvoller Namen – die Indoor-WM gastiert unter anderem in Hongkong, Paris und St. Petersburg – nach wie vor mehr als eine Pflichtstation auf der akrobatischen Weltreise. Fragen Sie einfach Takahisa Fujinami.

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