Inside MotoGP: Roland Kern aus Donington/GB und Assen/NL Land unter dank Honda

Foto: privat
Roland ist MotoGP-Mechaniker. Für MOTORRAD- und PS-Online sammelt er exklusiv seine Stories aus dem Grand-Prix-Fahrerlager. Die haben nicht immer was mit Motorradrennen zu tun, aber oft genug. Hier ist seine Mail aus Assen/NL.

Kann man sich vorstellen...

... dass in Südfrankreich immer wieder Trucks und Wohnmobile von Teams und Fahrern Opfer von Überfällen werden? So dieses mal Lucio Cecchinellos Motorhomechauffeur. Glücklicherweise konnte Lucios Kutscher den Einbrecher überraschen und in die Flucht schlagen. Bis auf ein geknacktes Schloss entstand kein Schaden.

... dass es die Honda-Hospitality in 5 Tagen Donington-GP nicht schaffte, ihren kaputten Wassertank zu reparieren? Wir haben ihnen zu verdanken, dass wir den ganzen GP in deren überlaufenden Wasser stehend arbeiten durften. Die Honda-Hospitality stand hinter unserem Zelt, und weil in Donington alles krumm und schief ist, lief ihr Wasser durch unser Zelt. Am Sonntag kamen noch ca. 25 Liter Frittenfett der Yamaha-Hospitality dazu. So hatten wir auch keinen Grip mehr beim Arbeiten. ... dass LKW-Parken in England nachts an Autobahnen richtig Geld kostet? Pro Nacht sind 23 Pfund zu entrichten! Weiß man das nicht, bekommt man eine Strafe von 250 Pfund aufgebrummt. So passierte es uns letztes Jahr. Das kann man durchaus moderne Wegelagerei nennen!

... dass sich Roberto Locatelli nicht zu schade ist, in der Alpinestars-Hospitality die Bratpfannen zu reinigen? Ich glaube aber eher, dass der Loca hat eine Wette verloren hat.

Inside MotoGP: Roland Kern berichtet aus der Boxengasse

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... dass Ralf Waldmann bei privaten Tests am Sachsenring die Gelegenheit am Schopf packte, eine 125er-Aprilia zu fahren? Er bekam von Stefan Bradl 5 Sekunden aufgebrummt; Stefan vollstreckte Waldi in einer Kurve außenrum!

... dass immer wieder Leute aus dem MotoGP-Fahrerlager im Straßenverkehr unangenehm auffallen? Dieses Mal waren Mechaniker der Tech3-Truppe ein wenig zu flott mit einer ihrer Zugmaschinen unterwegs; die landete beim rennmäßigen Anbremsen einer Kurve zum Fahrerlager hin rückwarts in einem Wassergraben, von denen es rund um die Rennstrecke in Assen mehrere gibt. Die Aktion entedete mit einer gebrochenen Rippe und machtig Schimpfe vom Chef.
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... dass der Motor einer MotoGP-Ducati eine Laufleistung von nur 700 Kilometern hat? Und wenn der Motor mehr als 300 km gelaufen ist, wird er nicht mehr für ein Rennen eingesetzt. Wir wechseln in den kleinen Klassen die Kolben, die MotoGP-ler ganze Motoren. Bei 4 Trainings à 1 Stunde muss also pro Wochenende einmal der Motor gewechselt werden. Bei 18 Rennen, 4 Fahrern und den ganzen Tests hat Ducati also ganz schön enormen Durchsatz.

...dass die Holländer einem ungewöhnlichem Freizeitvegnügen nachgehen? Und zwar sitzen sie z. B. nach dem Assen-GP an der Autobahn und sehen den Fans und Teams zu, wie sie nach Hause fahren.

So, das war's aus Donington und Assen, morgen geht's schon nach Brünn zum Testen.

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