Interview mit Martin Bauer (Honda) (Archivversion)

Der Österreicher Martin Bauer, 31, führt auf seiner Honda souverän die IDM Superbike an.

Am Nürburgring erneut ein Doppelsieg, zur Halbzeit der IDM-Superbike-Saison 2007 mehr als 60 Punkte Vorsprung – Ihre Konkurrenten fragen sich: Wie macht der Bauer das nur? Haben Sie selbst eine Erklärung?
In den letzten Jahren hatten wir immer einige Problemchen, haben es nie geschafft, alle Komponenten auf einen konkurrenzfähigen Stand zu bekommen. Jetzt passt alles, Reifen, Set-up, Motorrad, Vorbereitung. Deshalb hatten wir schon erwartet, gut dabei zu sein.

Anders als Konkurrenten wie Andy Meklau oder Meister Jörg Teuchert arbeiten Sie bei Reifen und Motorrad auf der gleichen technischen Basis wie 2006. Hilft das?
Natürlich, wir konnten ja in den vergangenen zwei Jahren damit sehr viele Erfahrungen sammeln. Es gibt freilich auch Nachteile, mit der Motorleistung liegen wir hinter der Spitze sicher etwas zurück. Aber offensichtlich reicht auch älteres Material, um vorn dabei zu sein – wenn das ganze Paket passt.

Ihre Starts sind fast schon legendär. Hilft Ihnen die Elektronik, oder haben Sie das im Handgelenk?
Das kommt aus dem Handgelenk. Wir haben gar keine Zeit, uns mit der Anpassung von Zusatzelektronik zu befassen, das ist extrem arbeitsaufwendig. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche – die Dosierbarkeit der Kupplung – und verlassen uns auf meine Reaktion am Start.

Sie sind Diplom-Ingenieur FH der Fachrichtungen Maschinenbau, Präzisions-, System- und Informationstechnik. Hilft der technische Background beim Rennfahren?
Ich weiß genau, was in einem Motorrad vorgeht, sowohl im Motor als auch fahrwerksseitig. Deshalb kann ich mich besonders gut mit den Technikern verständigen – das ist wohl mein größter Pluspunkt.

Ihr Fahrstil wird oft als sehr sauber beschrieben. Trainieren Sie das extra?
Nein. Ich fahre so viel, um Teile zu testen, da läuft das praktisch nebenher. Nachdem ich mit 18 den Führerschein gemacht hatte, war ich viel im Straßenverkehr unterwegs, wo man eine Kurve nicht zehnmal probieren kann. Ich habe gelernt, mich schnell und spontan auf unerwartete Situationen und visuelle Eindrücke von Kurven einzustellen. Das hilft mir heute, speziell auf neuen Strecken.

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