Interview mit Ruben Xaus (Archivversion) „Bayern und Katalanen“

BMW beendete vor dem Misano-Wochenende die Spekulationen um die Fahrerwahl mit der offiziellen Verpflichtung von Ruben Xaus. Der Spanier spricht im MOTORRAD-Exklusiv-Interview über das Alpha-Racing-Team und seine Ziele mit BMW.

Ruben Xaus, zunächst war in den Medien von Troy Corser als BMW-WM-Superbiker 2009 die Rede. Wie ist der BMW-Deal für Sie zustande gekommen?

Das mit Corser habe ich auch in den Zeitungen gelesen. Mich hat BMW direkt kontaktiert. Ich hatte Kontakt zu mehreren Herstellern und Teams und habe mir verschiedene Projekte angeschaut. BMW ist das interessanteste und umfassendste. Wir wollen nicht spielen, sondern gewinnen. Mein Vertrag läuft vorerst über zwei Jahre mit der Option auf eine Verlängerung.


Wie waren die Reaktionen aus dem Umfeld?

Es war wirklich erstaunlich. Sogar Ducati-Fans haben mir gratuliert. Die Leute gönnen mir die Chance. In Spanien wurde viel geschrieben. Ich denke, BMW war clever. Es gibt nicht viele Spitzenpiloten, die für 2009 zu haben sind. BMW will so rasch als möglich um den WM-Titel fahren. Auch ich will endlich einen WM-Titel.


Was haben Sie schon von BMW gesehen?

Ich habe das Team auf dem Eurospeedway beobachtet und die Rennsport-Basis sowie den Prüfstand besucht. Und ich habe gesehen, mit welchen Partnern BMW arbeitet, es sind gute Techniker und Mechaniker. Wenn wir alle alle fehlerlos und konsequent arbeiten, werden wir bald vorn dabei sein. Das müssen wir aber auch. Mir gefällt die Einstellung von BMW-Rennsportchef Berti Hauser. Er ist Bayer, und ich bin Katalane – das verbindet uns.


Sie kennen das Alpha-Racing-Team, das den BMW-Superbike-WM-Einsatz durchführt, aus Ihren Rennsport-Anfängen.

Ja, ich bin bereits vor zehn Jahren für Herrn Hofmann und Herrn Meier in der deutschen Pro-Superbike-Serie gefahren, damals auf Suzuki. Wir hatten ein wirklich gutes und korrektes Verhältnis. Doch damals gab es keine Aussicht, dass wir jemals zusammen in einer WM-Klasse fahren würden, deshalb musste ich mich anders orientieren. Ich schätze das Team sehr. Herr Meier und Herr Hofmann sind sehr professionelle und seriöse Geschäftsleute.


Was würden Sie zu Troy Corser als Teamkollegen sagen?

Ich weiß nicht, wer es sein wird. Wichtig ist für mich, dass wir beide gleichgestellt sein werden, dann kommt das Team schneller voran. Wir brauchen zwei gleichgestellte Fahrer, weil wir nicht in der überlegenen Situation von Ducati sind. Troy wäre für unser Team sicher eine Bereicherung. Ich kenne ihn gut, und auch unsere Familienverhältnisse sind ähnlich. Ich denke, dass BMW gleich im ersten Jahr eines der am besten besetzten Teams sein wird.


Wann werden Sie die BMW erstmals testen können?

In diesem Zusammenhang macht mir der Superbike-WM-Lauf in Portimao Anfang November ein wenig Kopfzerbrechen. Falls der ausfallen sollte, könnten wir fast einen Monat früher mit der Arbeit bei BMW beginnen. So gesehen muss ich fast hoffen, dass der WM-Lauf in Portugal nicht stattfindet.


Haben Sie schon mit den BMW-Testfahrern Kontakte geknüpft?

Auf dem Eurospeedway Lausitz habe ich mir selbst ein Bild von der BMW gemacht, als ich an der Strecke bei den Testfahrten von Kevin Curtain und Steve Martin zugeschaut habe. Und Steve hat mir erzählt, dass er mit dem Fahrverhalten der BMW sehr zufrieden war. Vom Handling sowie dem Schaltverhalten her ist die BMW wirklich tadellos. Ich finde es gut, dass BMW anfangs verschiedene Fahrer testen ließ, die nicht mehr direkt in die Superbike-WM involviert sind, jedoch viel Erfahrung haben.

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