Kenan Sofuoglu (Archivversion) Zu leichtes Spiel?

Kenan Sofuoglu fliegt in der Supersport-WM auf und davon, ist aber gar nicht glücklich. Das deutsche Superstock-1000-Quartett hat andere Sorgen.

Tabellenführer Kenan Sofuoglu holte in Valencia im vierten Supersport-WM-Rennen der Saison den dritten Sieg und führt mit 95 von 100 möglichen Punkten die WM-Tabelle schon jetzt mit riesigem Vorsprung an. Auch in Valencia war der gläubige Moslem aus der Türkei anscheinend wieder mit allen höheren Mächten im Bunde, als früh im Rennen hinter seiner Ten-Kate-Honda der Spanier Pere Riba an dritter Position stürzte. Seine führerlose Kawasaki donnerte dem zu diesem Zeitpunkt zweitplatzierten Yamaha-Werksfahrer Kevin Curtain in die Seite. Und Honda-Pilot Katsuaki Fujiwara auf Rang vier musste auch noch zu Boden.
Drei starke Gegner waren also draußen, und Sofuoglu fuhr, unbehelligt von Ex-Weltmeister Andrew Pitt, der als Vertreter des verletzten aktuellen Champions Séb Charpentier sein Teamkollege war, zum überlegenen Sieg.
Über den er gar nicht so glücklich war. »Nein, es gefällt mir überhaupt nicht, wenn mir der Supersport-WM-Titel in den Schoß fällt«, konstatiert Sofuoglu, »denn dann ist er auch nichts wert. Unsere Klasse hat so starke Fahrer, etwa meinen Teamkollegen Charpentier, die beiden Yamaha-Fahrer Curtain und Parkes, dazu Fujiwara und neuerdings auch die beiden Kawasaki-Fahrer Foret und Riba. Ich bin hier angetreten, um mich mit denen zu messen, und sie auch zu schlagen, wenn ich wirklich besser bin. Wenn aber jetzt dauernd so viele von ihnen ausfallen oder – noch schlimmer – verletzt sind, verliert die WM an Wert. Ein auf diese Art gewonnener WM-Titel wird mir nicht sehr hilfreich dabei sein, den Aufstieg in die Superbike-WM zu schaffen.« Sofuoglu hat folglich seine eigenen Gründe, um den maladen Supersport-Helden alles nur erdenklich Gute zu wünschen. Jesco Günther, der einzige deutsche Supersport-WM-Fahrer, fiel in Valencia mit einem Motorschaden an seiner Honda aus.
Die Formel 3 der Superbike-WM, der Superstock-1000-FIM-Cup, erfreut sich in diesem Jahr wachsender Beliebtheit bei deutschen Fahrern. In Valencia allerdings waren ihre Ergebnisse eher durchwachsen. Nach total verkorkstem Start ganz am Ende des Feldes war Honda-Fahrer Arne Tode nach einer Aufholjagd als 15. im Ziel noch der beste Deutsche, einen Platz vor MGM-Yamaha-Mann Timo Gieseler. Der Italo-Schwabe Leonardo Biliotti brachte seine MV Agusta als 20. ins Ziel, während Gieselers Teamkollege Dario Giuseppetti stürzte.

Ergebnisse Supersport-WM: 1. Kenan Sofuoglu (TR/Honda), 23 Runden (92,115 km) in 38.08,523
min (Schnitt 144,903 km/h); 2. Andrew Pitt (AUS/Honda), 4,911 sek. zurück; 3. Gianluca Nannelli (I/Ducati), +5,200; 4. Fabien Foret (F/Kawasaki); 5. Broc Parkes (AUS/Yamaha); 6. David Salom (E/Yamaha); 7. Massimo Roccoli (I/Yamaha); 8. Joan Lascorz (E/Honda).

WM-Stand nach vier von 13 Läufen:

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