Kolumne Alex Hofmann (Archivversion)

Nach dem Ausflug zu Marlboro bin ich für das Sachsenring-Wochenende auf meine gewohnte Pramac-Ducati zurückgekehrt, und eigentlich sollte mein Heimspiel zu einem kleinen Highlight meiner Saison werden. Doch dann hat mich gleich zweimal das Pech ereilt. Im Training am Samstag war ich im Windschatten von Marco Melandri, bin gut mitgekommen, und gerade, als ich mich so richtig heroisch fühlte, lag ich auch schon auf der Nase – das Vorderrad ist weggerutscht. Vom 17. auf den 16. Trainingsplatz hätte ich mich ohne den Ausrutscher sicher noch verbessern können.
Große Bedeutung hätte dies am Ende allerdings sowieso nicht gehabt: Nach zweieinhalb Rennrunden am Sonntag erlahmte nämlich plötzlich meine Maschine. Der Motor ging nur noch auf Sparflamme, so, als ob er nur noch auf einem oder zwei Zylindern laufen würde. Mir blieb nichts anderes übrig, als an die Box zu tuckern, und damit war mein unglückliches Heimspiel vorzeitig beendet. Schade – vor allem, wenn man sieht, wie gut Carlos Checa im Feld mitfahren konnte. Auf seiner Yamaha scheinen die Dunlop-Reifen weiterhin besser zu funktionieren als auf unseren Ducati. Zu sehr will ich mich in dieses Reifenthema nicht mehr vertiefen, denn es wird zugegebenermaßen allmählich langweilig.
Viel interessanter waren die drei Test-Tage, die ich zusammen mit Ducati-Testfahrer Vittoriano Guareschi in Mugello absolviert habe. Nicht nur die neue Generation der Ducati Desmosedici mit 800 cm3, sondern auch die Bridgestone-Reifen haben dort sehr gut funktioniert. Ich konnte mich drei Tage lang auf einem wunderbaren Paket ans Limit rantasten und erzielte ein Ergebnis, das meinem Selbstvertrauen sehr gut getan hat. Meine beste Rundenzeit ist zwar geheim, doch darf ich so viel verraten, dass die Pace gereicht hätte, deutlich in die Punkte zu fahren – ein wirklich schönes Erlebnis. Die Performance des Motors ist absolut beeindruckend, und es scheint, dass man
sich bei Ducati alle Probleme der Desmosedici 2006 zu Herzen genommen und ausgemerzt hat. Während die derzeitige Maschine relativ instabil ist und sehr viel durch die Gegend rutscht, ist die Fahrbarkeit
der Neuen ein Gedicht. Trotz des kleineren Hubraums werden die Rundenzeiten im nächsten Jahr nicht viel langsamer werden.

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