Kommentar MOTORRAD-Sportredakteur Andreas Schulz (Archivversion) Verlustgeschäft

Ein Weltkonzern wie Continental platziert in einer vergleichsweise unwichtigen nationalen Rennserie wie der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) einen kleinen, aber wohl-dosierten Werkseinsatz. Mit bemerkenswertem Erfolg: Bereits zur Mitte der Saison 2007, der ersten, die offiziell bestritten wurde, kann Conti-Pilot Philipp Hafeneger den ersten Sieg feiern, drei weitere Podestplätze und Gesamtrang vier folgen bis zum Jahresende. 2008 sollte die Erfolgsstory mit dem Supersport-Spitzenteam G-Lab-Triumph fortgeschrieben werden. Doch die Sache geht schief. Saisonmitte 2008: Nachdem Arne Tode, einer der beiden G-Lab-Top-Piloten, sich bereits vor der Saison entgegen einer entsprechenden Vereinbarung zwischen G-Lab und Conti für Pirelli entschieden hat, springt auch Hafeneger ab. Conti steht ohne schlagkräftige Fahrer da.

G-Lab-Triumph trat 2008 nicht ganz unberechtigt mit dem Anspruch an, eines der besten Teams der IDM Supersport sein zu wollen, als Fahrer schien Ex-Meister Arne Tode eine Bank zu sein. Doch dann kalkulierte Teamchef Dietmar Franzen mit Conti-Erfolgsprämien, die erst gewonnen werden mussten, verteilte das Fell des Bären, bevor er ihn gefangen hatte. Als er den finanziellen Ausfall von Hafeneger ersetzt haben wollte, kam es zum Streit, der damit endete, dass G-Lab mit unsicherer Finanzierung nicht mehr Spitze ist und Hafeneger keinen Job mehr hat.
Die IDM braucht aber jeden Industriepartner, jedes Top-Team und jeden guten Fahrer, den sie kriegen kann. Der jetzt entstandene Verlust ist mangelnder Professionalität aller beteiligten Parteien zu verdanken.

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