Langbahn-WM in Vechta (Archivversion) Vier und fertig

Eine Woche nach Michael Schumacher erklärte ein weiterer deutscher Motorsportler seinen Rücktritt: Robert Barth, als Vertreter der Zweirad- und Stahlschuh-fraktion natürlich ungleich unbekannter
als der Formel-1-Star, aber dafür kaum
weniger erfolgreich. Beim dritten und letzten Langbahn-WM-Grand-Prix im niedersächsischen Vechta gewann der 38-jährige
Allgäuer wie bei den zwei vorangegangenen Finalveranstaltungen in Frankreich und holte mit der maximalen Punktzahl 75 seinen vierten Weltmeistertitel.
Nur im ersten Vorlauf konnte der Finne Joonas Kylmäkorpi Barth bezwingen, danach gab sich der Routinier aus Memmingen keine Blöße mehr. Mit Platz drei im entscheidenden A-Finallauf hinter Barth und dem Niederländer Theo Pijper blieb dem 26-jährigen Kylmäkorpi der Vizetitel und die Hoffnung auf eine Steigerung in der WM-Entscheidung 2007.
Denn die nächste Langbahn-Saison wird die erste ohne Barth sein: »Ich wollte unbedingt mit dem WM-Titel zurücktreten. Das nicht zu schaffen wäre hart für mich gewesen«, erklärte Barth, der sich nach 21 Jahren Bahnsport den Stress nicht mehr antun will und nichts schlimmer findet, »als zu verlieren«. Erleichtert notierte er: »Ich bin der erste Fahrer, der als amtierender Champion von diesem Sport zurücktritt.«
Mit dem vierten Tagesplatz vor nahezu 10000 begeisterten Zuschauern in Vechta sicherte sich Gerd Riss die WM-Bronzemedaille. »Nächstes Jahr greife ich noch mal an«, drohte der bereits fünffache Weltmeister – wohl wissend, dass ihm der drei Jahre jüngere Rivale Barth nicht mehr im Weg stehen wird. ts

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