Langstrecken-WM: Speedweek Oschersleben (Archivversion)

MOTORRAD-Sportredakteur
Michael Rohrer zur unbefriedigenden Zuschauer-Resonanz.

Das 24-Stunden-Rennen in Oschersleben ist zweifellos die beste Veranstaltung dieser Art im internationalen Rennkalender. Gute Organisation, zuschauerfreundliches Einlass-System, starkes Rahmenprogramm, beste Stimmung bei Teilnehmern und Fans, zwei Live-Bands in der Boxengasse am Freitagabend. All dies lässt die traditionsüberladenen Endurance-Dinosaurier Bol d’Or oder Le Mans verblassen, von der Schlammschlacht in Francorchamps ganz zu schweigen. Und dennoch: In Sachen Zuschauerzahlen heißt der Loser Oschersleben. Ob zum Start am Samstag von den offiziell gemeldeten 52000 Zuschauern wirklich 20000 da waren, darf stark bezweifelt werden. Woran liegt’s? Fehlt die Tradition? War die PR-Arbeit im Vorfeld ungenügend? Sollte die Veranstaltung, etwa durch eine Kooperation mit dem IDM-Management, zu einem »Mini-Suzuka«-Event aufgewertet werden, bei dem die Fans einheimische Top-Fahrer wie Michael Schulten, Stefan Nebel oder auch die Herren Kellner, Teuchert und Hofmann auf siegfähigen Maschinen der deutschen Importeure hautnah feiern können? Vielleicht von allem etwas. Was aber nicht passieren darf: Dass es nächstes Jahr wieder heißt, stell dir vor es ist Speedweek, und keiner geht hin.

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