Leserbericht von Martin Zuch War das alles?!

Foto: Künstle

Gegen 16.00 Uhr kamen wir am Steinbruch Oetelshofen an, durchfuhren eine Absperrung und dann ging es durch den gigantischen Steinbruch zur "Arena". Die Fahrt dorthin dauerte allein schon ca. 10 Minuten. Die riesengroßen Felsen und Kalksteine, die ganzen Einfräsungen und auch die Wege und Straßen in den Bergen waren gewaltig und absolut beeindruckend. Ich habe zwar einige Fotos gemacht, aber so etwas muss man live gesehen haben; aber diese Ausmaße kann man leider nicht in Bildern einfangen.

Endlich angekommen, musste ich die Umgebung erst ein mal "verdauen" und das ganze Spektrum besichtigen. Was ich hier gesehen habe, war erstaunlich: Riesige Bühnen, auf denen dann am Abend ca. 12000 Zuschauer Platz finden sollten, sind aufgestellt worden. Gewaltige Erdmassen sind verschoben und aufgeschüttet worden. Nach der Akkreditierung habe ich das Presse-Band bekommen und mich sofort auf den Weg ins Fahrerlager gemacht, um noch nach dem Training einige Interviews mit den Fahrern zu machen. Leider hatte ich hierzu keine Möglichkeit, da diese wohl "gerädert" waren und sich zurückgezogen hatten. (Kann ich ja auch verstehen.) Kurz danach traf ich mich mit Jörn Ebberg von der MOTORRAD-Redaktion.

Um 21.00 Uhr fing dann endlich die Show an. Riesige Flutlichter und Scheinwerfer beleuchteten die ganze Arena. Gewaltige Lautsprecher und Leinwände versorgten auch die Zuschauer auf den "letzten Plätzen" mit Ton und Bild. Ein Helikopter mit Kamera fing schöne Bilder von oben ein, die auf die Leinwände übertragen wurden. Bis die Fahrer vorgestellt wurden, gingen schon die Laola-Wellen durch das Publikum; die Stimmung war riesig.

Jeder Fahrer hatte 90 Sekunden Zeit, um die Strecke mit den Rampen, Step up und anderen Hindernissen zu überwinden und sein Können unter Beweis zu stellen. Eine fünfköpfige Jury entschied dann per Punktevergabe über das Ausscheiden oder Weiterkommen der Fahrer. Was die Freestyle-Motocross-Fahrer dann gezeigt haben, war wirklich absolut erstaunlich. Riesenweite und hohe Sprünge, Loopings, Saltos (vorwärts und rückwärts), freihändige Sprünge und und und. Die Fahrer beherrschten wirklich Ihre Maschinen. Das Publikum war begeistert. Es klatschte, schrie, jubelte und pfiff. Da konnte man auch als Mann schon mal eine leichte Gänsehaut bekommen. Die Stimmung war grandios.

 

Aber nach der ersten Runde (sechs Fahrer) wurde es dann langsam eintönig. Die Sprünge wiederholten sich immer und es kam nichts neues dazu. Immer wieder Loopings, Saltos und so weiter. Als Laie konnte man am Ende nicht mehr beurteilen, wer jetzt besser war oder nicht. Es sah alles fast gleich aus.

Wie schon gesagt, diesen riesigen Steinbruch als Location auszuwählen, war schon eine grandiose Idee. Erwartet hätte ich jedoch ausgefallenere Sprünge. Die Werbung (sowohl Plakate als auch die Fernsehwerbung) suggerierten eine Show mit gigantischen Planierraupen und gewaltigen Radladern, die von den Fahrern übersprungen werden sollten. Derlei Sachen gab’s leider nicht zu sehen, was ich doch enttäuschend fand. Die Meinung des von mir nach der Show befragten Publikums ging doch drastisch auseinander. Ca. 50 Prozent der befragten Gäste waren zufrieden, weil sie so etwas noch nie gesehen hatten, die andere Hälfte war enttäuscht. 

Meine Meinung: Für das bisschen Show (20 Durchgänge a 90 Sekunden = 30 Minuten), den langen Fußmarsch durch den Steinbruch und nicht zu vergessen der lange Weg für die "normalen" Besucher zurück in die Zivilisation, war der Preis einfach zu hoch. Es ist schön, dass man so etwas gesehen hat, aber ich muss da nicht noch ein zweites Mal hin. Da fahr ich lieber zum Supercross in die Westfalenhalle Dortmund oder ähnliches, schau mir dort die Rennen mit anschließendem Spektakel an. Die Halle ist zwar nicht so toll wie der Steinbruch, aber man bekommt definitiv mehr fürs Geld, und die Qualität der Fahrer ist sicherlich nicht geringer.

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