Mehr Drehzahl, mehr Speed (Archivversion)

Ducati: Die Desmosedici GP07 war bisher so überlegen, dass bei dem roten Renner Tankinhalt und Hubraum kontrolliert wurden, um etwaigen Schummeleien auf die Spur zu kommen – natürlich ohne Befund. Der Konkurrenz bleibt deshalb nur, die eigene Weiterentwicklung voranzutreiben. MOTORRAD präsentiert den Zwischenstand im Überblick.
Honda: modifiziertes Hebelsystem für die Hinterradfederung, für Dani Pedrosa ab Jerez, danach für Nicky Hayden. Bereits ab dem Türkei-GP hätte das Hayden-Team über schärfere Steuerzeiten und höhere Spitzenleistung verfügen können, doch wurden die neuen Teile wegen des abrupten Leistungseinsatzes im unteren Drehzahlbereich in Istanbul noch nicht eingesetzt. Pedrosa experimentiert weiterhin mit verschiedenen Auspuffendrohren, was nicht nur mit der Leistungssuche, sondern auch mit dem empfindlichen Gehör des Spaniers zu tun hat. Die Höchstdrehzahl der Repsol-Werksmaschinen wuchs zu Lasten der Haltbarkeit auf 18000/min (400 Kilometer bis zur Revision), die Satellitenteams dürfen nur bis 16700/min drehen, was die Service-Intervalle auf 1000 Kilometer erhöht.
Yamaha: leistungsfähigerer Motor für Rossi in Istanbul, für Edwards in Shanghai. Ein neues Auspuffsystem, wofür das Motorgehäuse modifiziert werden musste, sorgt für höhere Drehzahlen und einen Zuwachs an Spitzenleistung von drei Prozent oder sechs PS. Außerdem verbesserte Yamaha die Beschleunigung in den ersten drei Gängen. Insgesamt verfolgt Yamaha eine Politik der kleinen Schritte, riskante Experimente sind für die Ingenieure nach Rossis Motorschäden im Vorjahr tabu. Höchstdrehzahl derzeit: 18000/min.
Suzuki: Nach dem Türkei-Grand-Prix testet John Hopkins einen neuen Motor, der noch nicht im Rennen eingesetzt wurde. Das Triebwerk ist nicht auf zusätzliche Spitzenleistung, sondern auf einen Drehmomentzuwachs im mittleren Drehzahlbereich ausgelegt. Er soll Hopkins und Vermeulen bessere Beschleunigung aus den Kurven und ein früheres Erreichen der Höchstgeschwindigkeit bescheren. Maximaldrehzahl derzeit: 19000/min.
Kawasaki: Die Entwicklung der grün-schwarzen Renner läuft stürmischer als bei jedem anderen Werk. Beim Jerez-Grand-Prix noch wegen Traktionsmangel bei voller Schräglage zurückgeworfen, hatte das Team schon für die Tests am Montag danach ein neues Umlenksystem für die Hinterradfederung, das die Probleme kurierte. Neue Zylinderköpfe und 300 Umdrehungen mehr gab es dann für den Türkei-Grand-Prix, am darauffolgenden Montag bei den Istanbul-Tests ein neues Chassis, das die Verbesserungen der neuen Hinterradhebelei noch besser nutzbar machte. Ein abermals revidierter Motor beschert beiden Werkspiloten am ersten Trainingstag in Shanghai Top-Acht-Plätze bei der Höchstgeschwindigkeit. Maximaldrehzahl derzeit: 18600/min.

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