Michael Schumacherin Oschersleben (Archivversion) Schumi-Mania

Der siebenmalige Formel-1-Weltmeister kehrt auf die Piste zurück – als IDM-Gastfahrer auf einer Honda und sorgt für einen Zuschauerrekord.

In der Motorsportarena Oschersleben herrscht Ausnahmezustand. Die Fans pilgern heran, um Michael Schumachers Comeback im Motorsport hautnah zu erleben. Der Andrang, den der Formel-1-Renter auslöst, sprengt die Maßstäbe der familiären Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft. Warteschlangen vor den Kassen gab es noch nie. Schließlich finden sich 18.300 Besucher ein, dazu 135 Medienvertreter, jeweils ein Drittel mehr als sonst.

Dem Protagonisten passt der Rummel weniger. „Ich bin hier, um Spaß zu haben mit Freunden und Menschen, die ich kenne. Nun sind viele da, die meinen, sie kennen mich sehr gut, aber ich kenn‘ sie halt nicht. Deshalb nicht böse sein, wenn ich mich nicht um jeden kümmere“, wirbt Schumacher um Verständnis. Schließlich will er nach langer Zeit wieder ein Rennen fahren, und zwar auf dem Motorrad. „Ich fahre gern auf zwei Rädern“, gesteht Schumi. „Es ist eine ganz andere Emotion, und ein anderer Fahrspaß natürlich.“ Den er sich auch deutlich anmerken und nicht vom schlechten Wetter während des Qualifikationstrainings vermiesen lässt.

Im Vorfeld ist viel spekuliert worden: Tritt er auch bei Regen an? Schumacher fährt und steigert sich in jeder Runde. Nach dem ersten Zeittraining liegt er auf dem respektablen 23. Platz mit 1:49,978 Minuten, die letztlich Startplatz 37 bedeuten. Elektronikprobleme im Nachmittags-Qualifying verhindern eine Verbesserung auf abtrocknender, deutlich schnellere Zeiten erlaubender Strecke. Schumi zeigt Humor: „Ich will eh von ganz hinten starten.“

Ganz vorn steht Teamkollege und IDM-Titelverteidiger Martin Bauer. Matthias von Hammerstein, auch auf Holzhauer-Honda, ist 13. und voll des Lobes über den dritten Mann im Team: „Michael hat viel technisches Verständnis. Er lernt schnell und denkt sich schnell in alles rein.“ Vor allem aber ist er ein Racer, der sich ständig verbessern will. Das bekommen die Gegner im ersten Rennen zu spüren. Schumi macht nach einem kurzen Ausritt ins Grüne elf Plätze gut und wird 28. Im zweiten pflügt er schnell auf Platz 22 – und schlittert ins Aus. Zum Glück ist nichts passiert. Zuvor hat er mit 1:31,732 Minuten noch eine neue persönliche Oschersleben-Bestzeit aufgestellt.

Das Podium belegen andere. Martin Bauer wiederholt trotz Grippe seinen Doppelsieg vom Saisonauftakt auf dem Eurospeedway Lausitz. Jörg Teuchert wird jeweils Zweiter, Werner Daemen Dritter. Doch das verkommt zur Randnotiz.

Schumi als Schaustehler? Mitnichten. „Ich werde hier sehr positiv aufgenommen, das freut mich am Meisten.“ Kommt der Formel-1-Champ also wieder zur IDM? „Darüber habe ich mir noch keinen Kopf gemacht. Ich möchte Spaß haben, ohne konkrete Zukunftspläne.“ Das nächste IDM-Rennen jedenfalls ist am 1. Juni auf dem Nürburgring, einer Stätte großer Schumi-Triumphe.

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