MotoGP-Nachrichten Ducati: Monocoque statt Melandri?

Foto: Ducati
Die Moto GP-Saison ist jung, und doch überschlägt sich bereits die Gerüchteküche in Bezug auf das nächste Jahr. Unter den Technikern heißt es, Ducati bereite ein Monocoque-Chassis aus Karbon für die Desmosedici der Saison 2009 vor – im Stil der Formel-1-Boliden, mit integrierter Air-Box, unten abgeschlossen durch den V-4-Motor. Das wäre eine regelrechte Revolution, denn damit würde der italienische Hersteller zum einen mit der langjährigen Tradition des Gitterrohrrahmens brechen, zum anderen den Japanern mit innovativer Technik eine lange Nase drehen – vorausgesetzt natürlich, das Ganze funktioniert wie gewünscht. Denn ein Monocoque-Chassis gibt es zwar bei Serienmaschinen, etwa der Kawasaki ZZR 1400, nicht aber im Moto GP.

Ducati selbst schweigt zum Thema, doch die neuartige Bauweise liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Filippo Preziosi, technischer Vater der Desmosedici und Chef von Ducati Corse, hatte von Beginn des GP1-Engagements an klar gemacht, dass es für ihn im Rennsport keine heiligen Kühe gebe: Wenn die Desmodromik nicht funktioniere, würde sie geopfert, und wenn es zum Gitterrohrrahmen eine viel versprechende Alternative gebe, so würde die geprüft. Da der Hersteller in diesem Jahr mit Fahrwerksproblemen kämpft, scheint es plausibel, dass Preziosi ein Monocoque-Chassis ausprobieren möchte. Die ersten Testfahrten sollen bereits im Mai stattfinden.
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Foto: 2snap
Ebenfalls im Mittelpunkt steht Ducati bei Gerüchten um die Piloten. Angeblich hat sich Werksfahrer Marco Melandri, der mit der Desmosedici ein disaströses Ergebnis nach dem anderen einfährt, Kawasaki angedient; er soll sogar bereit sein, in der laufenden Saison zu wechseln. Bei Kawasaki wiederum steht Anthony West auf der Kippe. Schaffe dieser beim nächsten Grand-Prix-Lauf in Shanghai wieder kein gutes Ergebnis, so heißt es, würden ihn die Japaner vor die Tür setzen.

Melandri selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Auf seiner Homepage (marcomelandri.it) beschreibt der Fahrer ziemlich verzweifelt seine Probleme mit der Desmosedici: „Ich habe wirklich alles versucht ... als ich dachte, schlimmer könne es nicht mehr werden, gab es weitere Rückschläge ... ich ertrage es noch nicht mal, eine Aufzeichnung der Rennen anzuschauen, denn ich sehe aus wie ein Anfänger: steif, unsicher, langsam.“ Durchaus denkbar, dass der 25-Jährige versucht, dieser entnervenden Situation zu entkommen, zumal seine Ergebnisse sich in den drei bislang ausgetragenen Rennen nicht verbesserten, sondern verschlechterten: Achter in Quatar, Zwölfter in Spanien, Dreizehnter in Portugal. Ein Ausstieg bei Ducati in der laufenden Saison hätte allerdings gesalzene Geldbußen zur Folge, denn Melandris Vertrag läuft bis Ende 2009.

Als sein möglicher Nachfolger wird Nicky Hayden gehandelt. Der Vertrag des Amerikaners mit Honda läuft zum Saisonende aus, und Ducati hatte ihm bereits Ende 2006 ein Angebot unterbreitet. Weil er damals ablehnte, verpflichtete Ducati den jungen Casey Stoner – sozusagen als Notnagel. Der Rest ist Geschichte.
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