MotoGP: Nachttest in Katar Licht und Schatten

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Für den Auftakt der MotoGP-Saison sieht es schwarz aus. Nachtschwarz genauer gesagt. Denn erstmals, stellt sich der GP-Zirkus der Herausforderung, ein Rennen ohne Tageslicht, dafür mit umso mehr Flutlicht zu fahren. Ort des Geschehens für das technisch aufwendige und energiegeladene Event ist Katar. Der Wüstenstaat bietet neben seiner anspruchsvollen Rennstrecke auch zur Nachtzeit klimatische Bedingungen, die ein derartiges Rennen erst ermöglichen.

Gespannt, ob eine flächendeckende Ausleuchtung ohne dunkle Überraschungen und Schatten geglückt war, rückte das gesamte MotoGP-Feld vergangen Donnerstag zu ersten Tests aus.

Weltmeister Casey Stoner eröffnete die Nachtflugspiele souverän mit einer Bestzeit, die sogar weit unter seinem Streckenrekord des Vorjahres lag. Im Vordergrund standen aber eindeutig die Fahreindrücke zu den ungewohnten Lichtverhältnissen. "Der erste Eindruck ist, als ob man das Computerspiel Need for Speed spielt. Es ist definitiv anders als das, woran wir gewöhnt sind", resümierte Stoner. Besser oder schlechter empfand er die ungewohnten Lichtverhältnisse nicht, jedoch brauche es wegen verschlechterter Wahrnehmung des Fahrbahnzustands, erhöhtes Selbstvertrauen.
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Auch Rossi zeigte sich mit der Arbeit der Beleuchter zufrieden, und lobte die tageslichtähnlichen Lichtverhältnisse. Ihm machten eher die Temperaturen, die 3 Stunden nach Testbeginn um ganze 6 Grad gefallen waren, zu schaffen.

Auch Stoners Teamkollege Marco Melandri - letztlich auf Platz 16 zu finden - erlaubte sich schon früh ein erstes Urteil und meinte, dass es zunächst zwar schwierig gewesen sei, er sich aber nach und nach an die Sicht gewöhnt habe. "Sie ist gut, aber sehr anders als das Tageslicht. Sie haben einen tollen Job gemacht und nach meiner Meinung gibt es nur ein paar Bereiche zwischen den Kurven fünf bis neun und Kurve 14, wo es verbessert werden könnte."

Neben den größtenteils positiven Reaktionen, gab es aber auch ein paar kritische Stimmen: Chris Vermeulen klagte über Irritationen wegen mehrerer Schatten, weil die Lampen streckenweise nicht hell genug waren. So vermutet er kurzzeitig durch einen Lichtschatten einen anderen Fahrer hinter sich. Auch eine zeitweilige Blendung in Abhängigkeit des Blickwinkels wurde sowohl von ihm als auch anderen Fahrern bemängelt.

Insgesamt kamen aber alle Fahrer zu dem Ergebnis, dass es sich bei den gebotenen "Lichtspielen" nicht um Probleme handelte, die nicht noch aussortiert werden könnten. Bei den Platzierungen bot sich an der Spitze ein bekanntes Bild: Casey Stoner setzte sich an die Spitze und hatte für die Konkurrenz ordentlich vorgelegt. Beinahe sieben Zehntel betrug sein Vorsprung auf Lorenzo. Randy de Puniet, Andrea Dovizioso und James Toseland hielten sich auch noch innerhalb von einer Sekunde zum Weltmeister. In den Top Ten noch dabei, waren Alex de Angelis, John Hopkins, Randy de Puniet, Valentino Rossi und Colin Edwards

Die Zeiten des ersten Testabends in Katar:

1. Casey Stoner (AUS) Ducati 1:55.330 61 Runden
2. Jorge Lorenzo (SPA) Yamaha 1:56.019 77
3. Randy De Puniet (FRA) Honda LCR 1:56.062 88
4. Andrea Dovizioso (ITA) JiR Team Scot 1:56.121 81
5. James Toseland (GBR) Tech 3 Yamaha 1:56.251 90
6. Alex De Angelis (RSM) Gresini Honda 1:56.571 69
7. John Hopkins (USA) Kawasaki 1:56.614 71
8. Dani Pedrosa (SPA) Repsol Honda 1:56.621 72
9. Valentino Rossi (ITA) Yamaha 1:56.749 82
10. Colin Edwards (USA) Tech 3 Yamaha 1:56.762 86
11. Toni Elias (SPA) D'Antin MotoGP 1:57.007 85
12. Nicky Hayden (USA) Repsol Honda 1:57.010 91
13. Shinya Nakano (JPN) Gresini Honda 1:57.223 79
14. Chris Vermeulen (AUS) Suzuki 1:57.522 80
15. Loris Capirossi (ITA) Suzuki MotoGP 1:57.551 66
16. Marco Melandri (ITA) Ducati 1:57.593 70
17. Sylvain Guintoli (FRA) D'Antin MotoGP 1:57.644 66
18. Anthony West (AUS) Kawasaki 1:57.787 51
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