MotoGP: Nachttestfahrten in Losail/Q (Archivversion) Hurrikan Hayate

Ein Sturm zieht auf in der MotoGP-Klasse: Das schwarze Motorrad mit dem Schriftzug „Hayate“, was auf Japanisch Hurrikan bedeutet, nahm nicht nur an den dreitägigen Tests für den Nacht-GP am 12. April in Qatar teil. Fahrer Marco Melandri bläst auch bei den Rennen dieser Saison zum Angriff.

Eigentlich hatte der Italiener seine Entscheidung von der Konkurrenzfähigkeit der neuen Maschine abhängig gemacht. Doch am Ende ließ er sich auch vom 17. und letzten Platz auf der Losail-Piste nicht abschrecken. Die Entscheidung von Kawasaki, den Abschied aus der MotoGP-Klasse in einen Teilrückzug zu verwandeln, war schließlich nicht nur für die Japaner, sondern auch für Melandri die Chance, sich für eine katastrophale Saison 2008 zu rehabilitieren. „Ich bin zufrieden, denn das Motorrad reagiert auf Änderungen am Set-up. Das ist schon mal gut“, urteilte er. „Die ZX-RR hat einen kräftigen Motor und lenkt sauber ein, nur am Kurvenausgang verlieren wir Zeit. Immer, wenn ich Gas gebe, rutscht das Hinterrad weg. Es ist, als ob ich auf Eis fahren würde.“

Hofft Melandri für die Tests in Jerez auf eine modifizierte Hebelumlenkung fürs Hinterrad, so testete das Ducati-Team gleich eine ganz neue, futuristische Hinterradschwinge, die ebenso wie der Steuerkopf der Desmosedici GP 09 aus Kohlefaser gefertigt ist. Die Fahrer notierten ein gutmütigeres Fahrverhalten mit weniger Schlingerbewegungen beim Herausbeschleunigen, worauf Casey Stoner auf seiner Lieblingsstrecke zu einer ungefährdeten Bestzeit davonzog. Einzige Sorge blieb das immer noch nicht völlig ausgeheilte linke Handgelenk, das sich Stoner im Winter hat operieren lassen. „Die Beweglichkeit ist besser geworden – nur nicht in der Richtung, die ich beim Fahren brauche“, knurrte der Australier. „Wenigstens habe ich beim Bremsen keine Schmerzen mehr.“ Sein großer Gegner Valentino Rossi musste sich hinter Stoner und dem auf Bridgestone immer schneller werdenden Jorge Lorenzo mit Platz drei begnügen, rieb sich aber trotzdem die Hände. „Das Set-up, das wir für die Bridgestone-Reifen entwickelt haben, bewährt sich auch hier, ich kann konstant schnell fahren. So eingehen wie im Rennen vor einem Jahr werde ich gewiss nicht mehr“, kündigte er an. Dagegen steckt das offizielle Honda-Team unerwartet in einer Krise. Dani Pedrosa, bei den letzten Tests in Malaysia wegen einer Knieverletzung gehandicapt, stürzte und brach sich am zweiten Tag das linke Handgelenk, holte sich eine Fleischwunde am demolierten Knie und reiste vorzeitig ab. Repsol-Teamkollege Andrea Dovizioso diagnostizierte große Probleme beim Bremsen und Beschleunigen – die Weiterentwicklung der RC 212 V stockt.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel