MotoGP-Sparpaket (Archivversion) Gut und billig?

Die Show erhalten bei sinkenden statt wie bisher ständigen steigenden Kosten: ehrgeiziges Ziel des MotoGP-Sparprogramms.

Die MotoGP-Welt stemmt sich mit aller Macht gegen die Wirtschaftskrise. Carmelo Ezpeleta, Chef der MotoGP-Agentur Dorna, und Vitto Ippolito, Präsident des Motorrad-Weltverbands FIM, gaben bei den Jerez-Tests einen umfangreichen Maßnahmenkatalog zur Kostendämpfung bekannt, der zum Teil sofort umgesetzt wird.
Ab dem tschechischen GP in Brünn Mitte August hat jeder Fahrer bis zum Saisonende nur noch fünf Motoren zur Verfügung. Mit der ersten Boxenausfahrt gilt ein Motor als eingesetzt, darf zwar beliebig oft getauscht, aber nicht mehr zur Revision geöffnet werden. Zwischen den Rennen werden die Triebwerke verplombt. Wer schummelt, verliert zehn WM-Punkte.
Die Testtage werden auf acht reduziert. Montags nach den GP gibt es nur noch zwei Testtage, an denen die Fahrer ohne Limit Reifen verheizen dürfen. Dagegen können Testfahrer unbeschränkt Probe fahren, auf einer GP-Strecke jedoch nur mindestens zwei Wochen vor dem Renntermin. Jedem Hersteller stehen für diese Tests 240 Reifen pro Jahr zur Verfügung.
Noch enger wird‘s ab 2010. Die Zahl der Motoren wird auf sechs pro Pilot und Saison limitiert, das Mindestgewicht der Maschinen um zwei auf 150 Kilogramm erhöht, um auf teure Leicht-Materialien verzichten zu können. Jeder Fahrer darf nur noch ein Motorrad statt bisher zwei einsetzen. Die Zahl der Mechaniker pro Fahrer wird auf fünf reduziert. MotoGP-Neulinge müssen zunächst eine Saison in einem Nichtwerksteam abdienen.
Auch technisch kommen grobe Einschnitte. Elektronisch gesteuerte Federungssysteme sowie Lenkungsdämpfer werden verboten, ebenso GPS, variable Ventilsteuerungen, Keramikbremsscheiben, Metall-Matrix- und Faser-Matrix-Verbundwerkstoffe, hydraulisch betätigte sowie Doppel-Kupplungen und Abgas-Rückführungen. Der Bremsscheiben-Durchmesser wird auf 320 Millmeter festgelegt, der Einspritzdruck auf zehn bar.
Die künftige 600-cm³-Viertaktformel als Nachfolge der 250er-Klasse bekommt einen Einheitsmotor, was Proteste und Verwunderung hervorrief. „Die Herstellervereinigung MSMA will es so“, rechtfertigt Ezpeleta.

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