Motormanagement (Archivversion) Zählt der Hersteller – oder das Personal?

Dieses Jahr werden in der MotoGP-Weltmeisterschaft Motormanagementsysteme von vier verschiedenen Herstellern eingesetzt. Suzuki verwendet ein Mitsubishi-Produkt, weil die beiden Firmen auch auf anderen Gebieten kooperieren und Mitsubishi beispielsweise über große Erfahrung aus dem Auto-Rallyesport verfügt. Honda arbeitet wie im Serienmaschinenbau mit Keihin zusammen. Ducati, Kawasaki und Yamaha vertrauen auf Technik von Magneti Marelli. Die Italiener haben immenses Know-how angesammelt, vor allem bei Entwicklungen für Ducati-Serienmotorräder.
Ilmor kommt aus der Formel 1 und setzt auf das dort verbreitete TAG-System. Für Neuling Ilmor ist dies vorteilhaft, weil die Firma TAG über eigene Spezialisten verfügt, die das System programmieren können. Die haben direkten Zugriff auf alle nur denkbaren Parameter und können Änderungswünsche der Motortechniker schnell und ohne Umweg über einen externen Lieferanten erfüllen.
Der entscheidende Faktor, der im Übrigen die Angelegenheit auch derart kostspielig macht, ist das verfügbare Personal. Die vorhandenen Systeme sind hoch entwickelt und bergen enormes Potenzial. Der Hersteller, der diese Möglichkeiten für den Motorradsport nutzen kann, weil er und seine Leute die meiste Motorraderfahrung besitzen, wird das beste System liefern – das ist das ganze Geheimnis. Die Neueinsteiger im Team Ilmor haben da ganz sicher den größten Nachholbedarf.

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