Nockenwellenantrieb (Archivversion) Kette oder Zahnräder, zentral oder seitlich?

Der Antrieb der Nockenwellen kann durch eine Kette oder über Zahnräder erfolgen, die wiederum entweder in der Mitte oder an einem Ende der Kurbelwelle platziert werden. Yamaha verwendete einige Jahre lang einen Kettenantrieb, im Vergleich zu einem Zahnradantrieb die einfachere, leichtere und kompaktere Variante. Allerdings muss bei einem Kettenantrieb immer ein gewisses systembedingtes Spiel in Kauf genommen werden – beim Öffnen und Schließen der Ventile. Die werden von den Nockenwellen betätigt und können deshalb weniger exakt gesteuert werden, als wenn die Verbindung zwischen Kurbel- und Nockenwellen über einen praktisch spielfreien Zahnradturm erfolgt.
Bei der Anordnung des Nockenwellenantriebs geht es schlicht um Baubreite. Liegt der Antrieb in der Mitte, muss der Konstrukteur üblicherweise auf der Kurbelwelle Platz für ein zusätzliches Lager und im Zylinderblock Raum für einen zusätzlichen Kühlmittelkanal schaffen. Das addiert sich zu mehr Breite und Gewicht. Eine weitere Variante ist, den Nockenwellenantrieb vor oder hinter die Zylinderbank zu setzen, wie es zum Beispiel Mario Illien bei den neuen Ilmor SRT zeigt. Dadurch kann er die Zylinderblöcke und Zylinderköpfe extrem schmal konstruieren und so seinem Fahrwerksbauer Eskil Suter bei der Gestaltung des Chassis wesentlich größere Freiheiten lassen.

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