Rallye Dakar: Kosten für Privatfahrer Teurer Spaß

Die Faszination der Wüsten-Rallye nach Dakar ist ungebrochen: 230 Motorradfahrer haben sich für die Teilnahme bei der 27. Auflage des Offroad-Klassikers 2005 angemeldet, immerhin 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei erhöhte sich die Zahl der Wettbewerber aus Deutschland um satte 100 Prozent – von eins auf zwei. Deutsche Motorsportler können dem Spektakel in Westafrika offenbar nur wenig abgewinnen – darüber darf der von Volkswagen entfachte Medien-Hype um die Auto-Pilotin Jutta Kleinschmidt nicht hinwegtäuschen. Woran liegt’s? Trauen sich die Deutschen nicht in die Wüste?

Mehr als Ergs, Kamelgras und meterhohe Dünen könnten es die exorbitanten Kosten einer Dakar-Teilnahme sein, die potentielle Extrem-Enduristen abschrecken und von denen die Zuschauer der täglichen TV-Berichterstattung kaum eine Ahnung haben. Am greifbarsten sind für sie noch die Bilder der atemberaubenden Landschaften, die der Rallyetross durchquert, schon die körperlichen Strapazen, die speziell die Motorradfahrer aushalten müssen, sind nur schemenhaft zu erkennen. Was die dafür an Geld aufbringen müssen, um sich so quälen zu dürfen, bleibt vollends im Dunkel.

Der Deutsche Michael Griep kalkuliert mit einem Minimalbudget, setzt auf ein gebrauchtes, frisch hergerichtetes Motorrad der Marke KTM, da dieser Hersteller als einziger einen technischen Service während der Rallye sowie den Transport der Ersatzteile für Privatfahrer anbietet – für 2000 Euro pro Fahrzeug, aber allein den Teiletransport selbst organisieren zu wollen, würde jegliche finanzielle Dimension sprengen. Die 4000 Euro anteiliger Gage für einen Mechaniker, den er sich aber mit anderen Fahrern teilen müsste, spart Griep ein. Er schraubt selbst, egal wie fertig er am Abend nach einer Tagesetappe ist. Klinkenputzen bei Sponsoren bringt Sachspenden in Form von Rallye-Bekleidung und dergleichen. Trotzdem: Allein für sein Motorrad und das technische Drumherum inklusive der einkalkulierten Ersatzteile muss er 23000 Euro zusammenkratzen.

Da hat er aber schon mehr als 13000 Euro für Fixkosten wie Startgeld, Visa, Lizenz und die Miete des obligatorischen Satelliten-Telefons abgedrückt. Weitere 2000 Euro gehen für Reisekosten in Europa und von Dakar zurück nach Hause drauf. Macht zusammen 38000 Euro, die Garantie für die Ankunft in Dakar selbstverständlich nicht eingeschlossen. Zu stemmen ist das nur mit Hilfe hartgesottener Motorsport-Freaks, die zudem noch über etwas Geld verfügen. Wie Hansjörg Vollmer, Geschäftsführer des Uhrenherstellers Aristo aus Grieps Heimatstadt Pforzheim. Der sorgte eigens für diesen Zweck geschaffenen Interntseite www.pforzheim-dakar.de sogar dafür, dass die Abenteuer seines Schützlings stets aktuelll per Internet zu verfolgen waren – völlig kostenlos für Griep.

Hier berichtet Michael Griep MOTORRADonline von seinem diesjährigen Dakar-Trip.

In der nächsten Ausgabe von MOTORRAD (ab heute im Handel) gibt’s den großen Bericht mit vielen packenden Fotos von der härtesten Rallye der Welt.

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