Rallye Dakar Kritische Stimmen

Foto: ediorioli.com
In den Medien ist es zwar nur eine Randnotiz, trotzdem passt es dazu, dass bei der Dakar zurzeit die Stimmung schwer getrübt ist: Vorgestern starben zwei belgische Motorradfahrer, die Ihren Landsmann und Dakar-Teilnehmer René Delaby auf der Rallye begleitet hatten. Zuvor waren bereits der spanische Privatfahrer José Manuel Perez und der zweimalige Dakar-Gewinner Fabrizio Meoni tödlich verunglückt.

Nachdem Delaby auf der neunten Etappe ausgefallen war, waren die beiden Belgier auf direktem Weg zur Rallye-Ziel aufgebrochen. Sie wurden Opfer eines Unfalls, bei dem ein Laster in eine ganze Gruppe von Motorradfahrer raste. Zwei weitere Fans wurden dabei schwer verletzt.

Inzwischen melden sich auch in Bezug auf das Renngeschehen vermehrt kritische Stimmen zu Wort. Eddi Orioli, 42, der die Dakar vier Mal mit dem Motorrad gewann und inzwischen per Auto teilnimmt, ging in einem Interview des italienischen Blatts "Gazzetto dello Sport" hart mit den Organisatoren ins Gericht: "Hier wird inzwischen einfach zu schnell gefahren, man hat nicht mehr genug Zeit, sich die Strecke gut anzuschauen. Genau deswegen bin ich aufs Auto umgestiegen." Insgesamt sei die Dakar einfach nicht mehr die Rallye, die er und auch Meoni einst so faszinierend fanden: "Die Etappe Atar-Atar einfach nur im Kreis zu fahren hat überhaupt keinen Sinn, außer ein paar Touristen zum Zuschauen dorthin zu karren."

Ebenso sinnlos, nämlich "eine Mega-Dummheit", findet der Champion den drei Kilometer breiten Korridor, in dem sich die Konkurrenten aufhalten müssen und der die Rallye gerade für die Motorradfahrer mehr zum Cross-Rennen als zur Rallye macht. "Die größte Sorge der Organisatoren ist inzwischen, dass Teilnehmer sich verirren und man Geld ausgeben muss, um sie wieder zu finden", meinte Orioli bitter. "Es wäre vielleicht besser, wenn sie sich um die sorgen würden, die ums Leben kommen."

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