Rallye Red Bull Romaniacs (Archivversion) Rallye Red Bull Romaniacs<br /><br /> 24. bis 29. Oktober 2004

Route: 1. Tag: Sibiu City; 2. Tag: Sibiu-Valea Sebesului-Sibiu;
3. Tag: Sibiu–Petrosani; 4. Tag: Petrosani–Sibiu; 5. Tag: Sibiu City
Gesamtstrecke: rund 1000 Kilometer
Gelände: technisch anspruchsvolle Tagesetappen in Berg- und Hügellandschaften auf unbefestigten Forststraßen, Karrenwegen, Wanderpfaden, Höhenwegen, Felspassagen, Flussdurchfahrten, querfeldein
Motorräder: Serien-Sportenduros mit einer Reichweite von
80 Kilometern
Navigation: Markierungen auf der Strecke, Kartenmaterial, GPS
Wertung: Profiklasse mit Einzelwertung, Amateure mit
Zweier-Team-Wertung. Prolog zum Festlegen der Startreihenfolge,
für die Tagesetappe wird die Gesamtzeit gewertet

Das Rennen: Die Favoriten standen
vorher fest – der Franzose Cyril Despres, Rallye-Weltmeister 2003, der Finne Kari Tiainen, siebenfacher Enduro-Weltmeister,
und Alfie Cox aus Südafrika, KTM-Profi und Dakar-Rallye-Pilot. Ihnen schrieb man die beste Mischung aus Navigationskünsten, Härte und Fahrkönnen zu, was bei einer Hardenduro-
Rallye dieses Kalibers entscheidend sein würde. Als Geheimtipp wurde der erst 23-jährige Pole Bartosz Oblucki, Enduro-WM-Dritter, gehandelt. Und auch Erzberg-Spezialist Christian Pfeiffer aus Deutschland zählte zu den Sieganwärtern.
Der Prolog in der Innenstadt Sibius war der erste gemeine Streich von Organisator Martin Freinademetz. »Speed Trial« beschrieb Pfeiffer den Parcours treffend: Baumstämme, Schrottautos, ein Lastwagen und alte Autoreifen galt es zu überwinden, komplettiert wurde die Runde von einem schnellen Abschnitt durch einen Park und über Treppen. Pfeiffer gewann den Prolog vor Despres, die beste Show lieferten Oblucki
mit formidablen Zehn-Meter-Sprüngen, der Finne Simo Kirssi und der österreichische Ex-Snowboard-Europameister Dieter Happ mit ihren
kapitalen Stürzen.
Undenkbar beziehungsweise unfahrbar,
wenn es wie an den Tagen zuvor geregnet hätte.
Kurz vor dem Start trocknete die Sonne jedoch
die nassen Hindernisse und blieb während der gesamten Rallye stete Begleiterin des Trosses. Nach dem ersten Tag im Gelände war für die meisten Fahrer Schluss mit lustig. Despres, schon gut vorbereitet für die kommende Dakar, siegte souverän mit fast 15 Minuten Vorsprung vor Oblucki. Christian Pfeiffer, geschwächt
durch eine Stirnhöhlenentzündung, konnte dem schnellen Franzosen bis einige Kilometer vor
dem Etappenziel folgen, versackte dann aber
in einem Schlammloch und beendete nach
diesem Tag das Rennen, um sich für die Stunt-
WM eine Woche später zu schonen.
Weiterer Ausfall: Kirssi, Cross-Country-Europameister und zum ersten Mal bei einer Rallye dabei, gab nach dem ersten Tag in
den Karpaten auf. Nach einigen Stürzen und mehreren Fast-Kollisionen mit Tieren auf der Strecke erklärte der Finne, dass er für diese
Art Rennen nicht geschaffen sei, und reiste in
die 3000 Kilometer entfernte Heimat zurück.
Ein Tagesdurchschnitt von 25 Kilometer pro
Stunde bei Topspeeds von weit über 100 km/h
in schnellen Passagen zeigt, wie selektiv sich
einige Streckenabschnitte gestalteten. Bei Trialeinlagen und unglaublich steilen und langen Anstiegen untermauerte Despres seine Siegabsichten.
Einzig der talentierte Bartosz Oblucki kam
am letzten Offroad-Tag auf Tuchfühlung mit Despres, konnte diesen sogar überholen, blieb dann aber im Schlamm stecken. Profis wie
Tiainen (Zitat in Bezug auf seine KTM 525 EXC: »Nicht die richtige Maschine für hier, ein
Zweitakter wäre besser«) oder Cox (Zitat in
Bezug auf manche Passagen: »Martin, der Organisator, ist ein Sadist«) kämpften ums Durchkommen, belegten schlussendlich
dennoch sicher die Plätze drei und vier. Beim City-X am letzten Tag waren die Abstände
bereits zu groß, um mit der letzten Wertung
die Ergebnisse im Gesamtklassement noch ändern zu können.
Bei den Amateuren war es allein das
rumänische Team Egly Racing 1 mit Laszlo
Olah und Emanuel Gyenes, das dem von Beginn an führenden Team Flatout.fightclub (Oliver und Erik Mocker aus Österreich) das Leben schwer machte – doch sie fielen am dritten Tag durch einen Unfall aus. Zweiter in der Teamwertung wurde Omma aus Österreich mit Karl Katoch
und Peter Nesuta vor Dust ’n’ Dirt mit Johannes Schurich (A) und Marc Baumgartner (D).
Im nächsten Jahr soll die Red Bull
Romaniacs eventuell schon im Mai oder Juni stattfinden, ein Termin steht noch nicht fest.
Die Teilnehmerzahl wird vermutlich aus
organisatorischen Gründen auf 50 limitiert,
maximal 20 Profis und 30 Amateure. Weitere Infos, Video-Trailer und Fotos gibt’s unter www.redbullromaniacs.com.

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