Rennen 250er (Archivversion) Spanischer Legionär

Jorge Lorenzo ließ sich auch in Misano nicht beeindrucken und gewann das 250er-Rennen.

Jorge Lorenzo marschiert weiter im Gleichschritt mit Casey Stoner. Nicht nur, dass der Mallorquiner in der 250er-Klasse auf seiner Werks-Aprilia wie der australische Ducati-Werksfahrer im MotoGP-Rennen den achten Saisonsieg zelebrierte, sondern auch er profitierte vom Ausfall seines hartnäckigsten Verfolgers im WM-Titelkampf, dem Italiener Andrea Dovizioso. Der musste sich erst nach 15 Runden, in denen er bravourös vor seinen Tifosi geführt hatte, vom Weltmeister überholen lassen. Nur vier Runden später ging dann seine Honda fest. Lorenzo feierte mit inzwischen schon zu erwartender Albernheit: Diesmal hatte er sich für eine Gebühr von 1200 Euro das Kostüm des »Gladiators« geliehen, welches das Double von Russel Crowe im gleichnamigen Film getragen hatte, und stach immer wieder mit einem blitzenden Schwert in die blaue Luft. Den einheimischen Zuschauern erschien er allerdings eher wie ein römischer Legionär aus »Asterix und Obelix«, also nicht gerade ein unwiderstehlicher Siegertyp.
Nach Doviziosos Ausfall rückte KTM-Pilot Hiroshi Aoyama auf den zweiten Platz, und fast hätte die österreichische Motorradschmiede beide Werksfahrer auf dem Podium feiern können. Mika Kallio bezahlte den Versuch, mit seinem Teamkollegen mitzuhalten, jedoch mit einem spektakulären Abflug und verdiente sich eine Tapferkeitsmedaille, weil er sein Motorrad nach dem Aufprall nochmals aufrichtete und ­weiterknatterte. Am gleichen Abend unterschrieb er einen neuen EinJahres-Vertrag mit Option auf ein weiteres Jahr und steht damit als erster von möglicherweise drei KTM 250-Werkspiloten fest.
Alvaro Bautista wird dagegen sicher nicht von KTM verpflichtet: Der Spanier, im Ziel Achter, einigte sich mit seinem Aspar-Team auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in der kommenden Saison. Er hatte ebenso wie der Schweizer Thomas Lüthi, der eine kampfstarke Vorstellung mit Rang vier krönte, die brandneue 2008er-Aprilia RSA-Werksmaschine eingesetzt, mit kompakterem, eleganter gefertigtem Motor, kürzerem Chassis und entsprechend längerer Schwinge.

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