Rossi und das Finanzamt Rekord: Rossi zahlt 35 Millionen Euro

Foto: 2Snap
In Rekordzeit und mit einer Rekordsumme hat sich der siebenmalige Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi mit dem italienischen Finanzamt geeinigt. Auf einer Pressekonferenz in Pesaro an der Adria gaben die Beteiligten die Einzelheiten bekannt: Rossi überweist für die Jahre 2001 bis 2006 insgesamt rund 35 Millionen Euro in die Staatskasse, so viel wie noch kein anderer ertappter Steuersünder vor ihm. Gezahlt wird in Raten von 1,5 Millionen Euro, die alle drei Monate fällig sind. Ab dem Finanzjahr 2007 gilt Rossi als ganz normaler italienischer Steuerzahler und muss entsprechende Summen abführen.

Der italienische Fiskus hatte Rossi im Sommer 2007 der massiven Steuerhinterziehung beschuldigt. Begründung: Der Champion habe seinen Hauptwohnsitz nur vorgeblich in London, sein wahrer Lebensmittelpunkt sei jedoch nach wie vor sein Geburtsort Tavullia bei Pesaro, weshalb er in Italien steuerpflichtig sei. Insidern war das längst bekannt, unter anderem, weil Rossi häufig in den nahen Diskotheken von Rimini gesichtet wurde, er in Italien eine Yacht liegen hat und zahlreiche Autos und Motorräder unterhält, auch wenn deren Papiere auf Familienangehörige ausgestellt waren. Aus diesen Gründen forderte der Staat von Rossi 112 Millionen Euro, einschließlich Zinsen und Bußgeld. Daraus wurden nun vergleichsweise bescheidene 35 Millionen – in Italien ein durchaus übliches Verfahren. Wer ertappt wird und sich reuig gibt, kann mit großen Nachlässen rechnen, eine gewisse Prominenz vorausgesetzt. Wie das nun wirklich mit dem Hauptwohnsitz war, dazu wollten sich weder Rossi noch die Steuerbehörde konkret äußern. Der Pilot gab jedenfalls bekannt, dass er seinen Hauptwohnsitz auch offiziell wieder nach Tavullia zurückverlegen werde: "London ist eine sehr interessante Stadt, aber ich habe das Bedürfnis mehr Zeit mit meiner Familie und mit meinen Freunden zu verbringen", sagte Rossi und fügte hinzu: "Dank meiner Einigung mit dem Fiskus kann ich mich jetzt ruhigen Gewissens auf die neue Saison vorbereiten."

Dass Rossi dann vom Chef der italienischen Steuerbehörde, Massimo Romano, aber auch noch als leuchtendes Beispiel für andere, vornehmlich prominente Steuerzahler hingestellt wurde, stieß manchen Italienern doch bitter auf. Aber weil Italien eben Italien ist, nahm man es mit Humor: Die Verbraucherschutzgemeinschaft Codacons gründete noch am gleichen Tag das "Komitee der Signori Rossi". Dort sollen sich alle Italiener mit dem Familiennamen Rossi melden. Da es sich dabei um einen sehr geläufigen Namen handelt, sind das über 80.000 Personen. "Wir werden für diese Bürger das gleiche Verfahren wie für den Piloten beantragen", heißt es in einer Mitteilung von Codacons. "Nämlich einen Rabatt von 68,75 Prozent auf ihre jährlich fälligen Steuern."
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