Rücktrittsgerüchte um Valentino Rossi Sprechstunde bei Doktor Rossi

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Der Doktor spricht wieder: Beim Grand Prix in Misano durchbrach der siebenfache Motorrad-Weltmeister Valentino Rossi seinen selbst verordneten Presseboykott und äußerte sich erstmals vor Journalisten zu den Vorwürfen der italienischen Finanzbehörden, er habe insgesamt 64 Millionen Euro Steuern hinterzogen. "Ich denke, dass ich alles so gemacht habe, wie es den Gesetzen entspricht", sagte der 28-Jährige. "Jetzt warte ich die zweite Prüfung ab. Wie auch immer die ausgeht – ich übernehme in jedem Fall die volle Verantwortung." Aus anderer Quelle verlautete unterdessen, dass die Steuerfahndung auch bei seinem Yamaha-GP-Team in Italien zugange ist.

Rossis Landsleute, für die der Steuerskandal um den Superstar seit Wochen das Aufreger-Thema Nummer eins ist, zeigten sich ob dieser zurückhaltenden Formulierungen ihres Lieblings wieder versöhnt. Doch gleich darauf schaffte es Rossi schon wieder in den heimatlichen Schlagzeilen. Denn nach dem Rennen, das für ihn nach nur vier Runden wegen eines Motorschadens endete, machte Rossi gegenüber dem Privatsender Italia 1 seiner Enttäuschung Luft. So wie die GP-Rennen im Moment abliefen, mache ihm das Ganze keinen Spaß mehr, gab er zu Protokoll. "So Rennen zu fahren, habe ich keine Lust – da mache ich lieber was anderes."
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Sofort kamen aufgrund dieser Äußerung Rücktrittsgerüchte um den Champion auf. So habe er das gar nicht gemeint, präzisierte Rossi kurz darauf, wiederum im Fernsehen. "Ich weiß, dass ich schnell genug bin, um gewinnen zu können. Aber uns fehlt das technische Niveau, und so will ich nicht weitermachen." Und weiter: "Yamaha muss sich da ins Zeug legen, ebenso wie Michelin." Eine deutliche Ansage an sein Team also. Im Übrigen, so Rossi weiter, hätten sich die Moto GP-Rennen verändert. "Sie ähneln immer mehr der Formel 1, der Fahrer zählt immer weniger. Mit den 1000ern war es unterhaltsamer, jetzt ist alles langweilig geworden. Wer ein Überholmanöver sehen will, findet das nicht an der Spitze, sondern muss sich an Fahrer wie West und Elias halten."

Schließlich fand Rossi, der nun 85 Punkte Rückstand auf den Führenden Casey Stoner (Ducati) hat und somit praktisch ohne Titelchancen ist, doch wieder zum gewohnten Humor. Er selbst habe derzeit eben einfach Pech an allen Fronten, meinte der Sympathieträger. "Am Donnerstag vor dem Rennen hat eine schwarze Katze vor mir die Straße überquert – und nicht ich, sondern sie hat bei meinem Anblick auf Holz geklopft."

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