Ryuichi Kiyonari (Archivversion) Der Knoten ist geplatzt

Ryuichi Kiyonari, zweifacher britischer Superbike-Meister aus Japan, galt schon als Fehleinkauf im Ten-Kate-Honda-Superbike-Werksteam. Dann gewann er innerhalb einer Woche die Acht Stunden in Suzuka und zweimal in Brands Hatch.

Er sah ziemlich verloren aus, da oben auf dem Siegerpodest von Brands Hatch. Fast verschüchtert stand Ryuichi Kiyonari in der Mitte zwischen den alten Superbike-Haudegen Noriyuki Haga und Troy Corser und war alles andere als fehl am Platz, auch wenn er genau diesen Anschein erweckte. Denn der 25-jä¤hrige Japaner hatte gerade eine Demonstration machtvoller Überlegenheit abgegeben, die ihm trotz in den letzten Rennen allmählich ansteigender Formkurve keiner zugetraut hätte.

Kiyonari hatte beide Superbike-WM-Rennen in Brands Hatch gewonnen und dabei mit WM-Top-Favorit Troy Bayliss und Altmeister Max Biaggi im ersten und eben Haga sowie Corser im zweiten Rennen fast das gesamte Superbike-Establishment klar in die Schranken gewiesen. Zwar gilt die Berg-und-Tal-Bahn an der Peripherie von London als extrem schwierig und speziell, und Kiyonari hatte 2006 und 2007 ebenfalls auf Honda die britische Superbike-Meisterschaft gewonnen. In insgesamt vier Brands-Hatch-Rennen zu dieser Serie, eins davon konnte er gewinnen, lernte er wohl auch das eine oder andere Geheimnis dieser Bahn kennen. Von einer besonderen Beziehung zu dieser Piste, wie sie die meisten englischen Fahrer pflegen, kann allerdings keine Rede sein. "Klar, ich kenne die Strecke aus meinen Jahren in England recht gut, aber meine Lieblingsstrecke? Nein, würde ich nicht sagen", ist alles, was aus dem wirklich sehr zurückhaltenden Japaner herauszubekommen ist. Verbal eher scheu, zeigte er auf der Strecke ein völlig anderes Wesen. Sicherlich zusätzlich beflügelt wurde Kiyonari davon, dass er eine Woche vor Brands Hatch zusammen mit seinem spanischen Teamkollegen Carlos Checa das für Japaner wichtigste Saisonrennen, die Acht Stunden von Suzuka, gewonnen hatte.

Sein Ten-Kate-Honda-Team traut diesen SuperErgebnissen innerhalb kürzester Zeit zu, endlich den kiyonarischen Knoten platzen zu lassen. "Kiyo zeigt schon einige Zeit eine deutlich aufsteigende Form", so Team-Gründer Gerrit ten Kate (im Foto rechts mit seinem Cousin und Co-Eigner Ronald), "ich glaube, dass er ganz einfach mit seinem eher zurückhaltend vorsichtigen Charakter ein bisschen länger gebraucht hat, um sich in unserem Team zu akklimatisieren. Und jetzt ist er endlich angekommen. Seine starke Leistung heute führe ich nur zum Teil auf den Brands-Hatch-Vorteil eines Fahrers aus der britischen Meisterschaft zurück. Ich bin sicher, dass er uns auch weiterhin mit guten Resultaten erfreuen wird."

So verwundert es nicht, dass Kiyonari auch in den Zukunftsplanungen eine wichtige Rolle spielt. "Wir haben mit Kiyo und Carlos Checa längerfristige Verträge für 2009 und gehen davon aus, dass wir mit diesen beiden Fahrern auf jeden Fall ins neue Jahr gehen werden", so Gerrit ten Kate.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote