Spotlight: unsere Helden (Archivversion) Dirk Raudies

Motorradsport in Deutschland – das Thema hat viele Gesichter. Einige sind der Redaktion besonders aufgefallen, und gern stellen wir sie den MOTORRAD-Lesern vor.

Ein wenig hat Dirk Raudies stets an Asterix erinnert, den listigen Gallier aus den Kult-Comics „Asterix und Obelix“, der selbst in aussichtslos scheinenden Situationen noch einen Trick auf Lager hat. Komplett wird das Bild für alle, die sich noch an das Erfolgsteam erinnern, das 1993 die 125-cm?-Straßenweltmeisterschaft gewann: der nur 1,62 Meter große Raudies mit dem baumlangen Fahrwerkspezialisten Mario Rubatto, Asterix und Obelix bei den Rennfahrern.

Mit seinem großen Sieg 1993 ist Dirk Raudies immer noch der letzte Deutsche, der einen Titel in der Motorrad-Grand-Prix-WM gewann. Doch diesen Status könnte er 2009 loswerden. Denn mit Stefan Bradl und Sandro Cortese stehen gleich zwei Landsleute in den Startlöchern, die das Zeug dazu haben, Raudies in der 125er-Kategorie zu beerben. Sollte das nicht gelingen, gibt es noch Max Neukirchner, der – übrigens unterstützt von Mario Rubatto – bei den Superbikes um die WM-Krone kämpft und Raudies ablösen könnte. Ein Problem für Raudies?

„Natürlich schaue ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu“, sagt der, „ich würde mich über einen deutschen Erfolg freuen – und darüber ärgern, dass ich diesen bei den Grand Prix nicht mehr im Fernsehen kommentieren darf.“ Der TV-Sender Eurosport, für den Raudies arbeitete, hat die Rechte an den GP-Übertragungen verloren. Ob es für Raudies einen Job bei den Superbikes gibt, ist unklar. Deshalb könnte es sein, dass Dirk Raudies 2009 so weit vom Motorradsport entfernt ist wie in den vergangenen 22 Jahren nicht. Das wäre wohl mit einem Spruch aus der Episode „Asterix bei den Schweizern“ zu ertragen: „Major e longinquo reverentia“ – zu deutsch: „Aus der Ferne besehen ist alles schön.“

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