Straßen-IDM auf dem Sachsenring (Archivversion) Die rasenden Youngster

Auf dem orangefarbenen Sattelschlepper vor der KTM-Box auf dem Sachsenring prangte der stilisierte überdimensionale Motocross-Pilot. Gewissermaßen noch als Herkunftszeichen des Herstellers aus dem österreichischen Mattighofen. Doch das Straßenengagement der aktiven Truppe läuft längst auf Hochtouren. Seit vergangener
Saison gehört KTM zu den Fixstartern in der
125er-WM. »Um dort möglichst schnell voranzukommen, haben wir vergangenen Winter überlegt, ein separates Testteam aufzubauen«, erläutert KTM-Entwicklungschef Wolfgang Felber die Anfänge des nationalen Engagements und fährt
fort: »Weil harte Rennen eben doch die besten Tests ersetzen, entschlossen wir uns, dieses Testteam in die IDM zu schicken.«
Mit dem Österreicher Michael Ranseder, 18, dem Sieger des letztjährigen IDM-Finales in Hockenheim, und dem Bayern Stefan Bradl, 14, im vergangenen Jahr noch Neuling im Red Bull Rookies Cup, setzen die Österreicher auf ein blutjunges Team. Die Maschinen sind auf dem technischen Stand des letzten WM-Laufs der Saison 2003 in Valencia.
Für ihr IDM-Debüt fand die orangefarbene Abordnung gleich schwer verdauliche Kost vor: Mit Tom Lüthi, Dario Giuseppetti und Georg Fröhlich nutzten drei GP-Piloten die Gelegenheit, sich auf den Sachsenring-GP im Juli einzuschießen. Was ihnen – als Gastfahrer allerdings außerhalb der Wertung – im Rennen mit Platz eins bis drei in genau dieser Reihenfolge auch gelang. Das hielt die KTM-Truppe jedoch nicht davon ab, sich über Plan zu schlagen: Platz sechs für Ranseder und der sensationelle achte Rang für den jungen Herrn Bradl.
Insofern dürfen sich die Protagonisten im aktuellen Red Bull Rookies Cup auf eine blendende Zukunft freuen – vorausgesetzt, sie ziehen ordentlich am Gasseil. Die besten Aussichten scheint nach dem Auftaktrennen der 13-jährige Steven Michels zu besitzen. Der kleine Blondschopf aus Oberhausen dominierte den Auftritt der insgesamt 23 Starter auf Anhieb. Pole Position in beiden Trainings und ein klarer Start-Ziel-Sieg beeindruckten die Organisatoren des Jugendcups genauso wie die Kon-
kurrenz. Lediglich Max Dürrenberger konnte dem rasenden Siebtklässler im Rennen folgen. Der gleichaltrige Allgäuer, der bereits sechs Jahre in den Sätteln von Pocket- und Minibikes verbracht hat, musste sich um seinen zweiten Platz allerdings wenig Sorgen machen: Der Rest des Felds folgte mit 17 Sekunden Abstand.
Wobei sich unter den Verfolgern erfreulicherweise eine junge Dame durchsetzte. Platz drei holte die 18-jährige angehende Werbetechnikerin Jennifer Kaulbach. pm

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