Straßen-IDM auf dem Sachsenring New Kid on the Block

Foto: Wiessmann
Den hatte wirklich niemand auf der Rechnung: Honda-Pilot Martin Bauer gewann beim vorletzten Lauf zur Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Sachsenring beide Superbike-Rennen und hatte dabei sowohl den noch amtierenden Meister Michael Schulten (Honda) als auch die diesjährigen Titelanwärter Stefan Nebel (Yamaha) und Andy Meklau (Suzuki) im Griff. »Gefahren bin ich eigentlich wie immer, aber meine Jungs haben wahnsinnig hart aum Motorrad gearbeitet und die Bridgestone-Reifen waren auch perfekt«, bedankte sich Bauer bei seinem Team. Mit der Entscheidung um den Meistertitel wird Bauer beim Endlauf am ersten Oktober-Wochenende in Hockenheim allerdings höchstens in so fern zu tun haben, dass er möglicherweise wieder in der Spitzengruppe mitmischt und den Konkurrenten um Platz eins, Meklau und Nebel, das Leben etwas schwerer macht.

Foto-Show: IDM auf dem Sachsenring

Auch in allen anderen Klassen sind die Titelkämpfe bis zum Finale offen. Bei den 125ern hatte sich KTM-Youngster Stefan Bradl kaum noch Hoffnungen auf den Gesamtsieg gemacht, zu groß erschien der Rückstand von 19 Punkten auf den führenden Teamkollegen Michael Ranseder. Doch Ranseder blieb gleich in der ersten Runde mit einem Defekt liegen, und weil Bradl einen gegen Lokalmatador Patrick Unger hart erkämpften Sieg feiern konnte, übernahm er auch den Spitzenplatz in der Tabelle.

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Technikprobleme stellten auch bei den Gespannen alles auf den Kopf. Jörg Steinhausen und Axel Kölsch hätten die letzten beiden Rennen nur in ihrer üblichen Überlegenheit nach Hause fahren müssen, um zur Meisterfeier laden zu können. Doch in der Aufwärmrunde verabschiedete sich die Antriebskette seines Gespanns. Zwar schob ihn ein freundlicher Kollege noch bis zum Startplatz, dort war aber die Zeit für eine Reparatur zu kurz. Steinhausen wurde ins Fahrerlager zurückgeschickt und musste zuschauen. Der Rennsieg ging dann auch noch an seine gefährlichsten Konkurrenten Moser/Wäfler, die so die IDM-Führung übernahmen und mit 19 Zählern Vorsprung nach Hockenheim reisen.

Technik-Trouble auch bei den Supersportlern. Das Rennen war noch ganz normal, an der Spitze hatte sich schnell Titelaspirant Kai-Børre Andersen breit gemacht, verfolgt von Arne Tode, Werner Daemen und Roman Stamm – wieder eine dieser Vierergruppen, die so typisch für die Supersport-Wettbewerbe geworden sind. Nach der Pleite von Oschersleben, als Tode sich und seinen Teamkollegen Daemen in der letzten Runde durch eine unüberlegte Aktion von der Piste räumte und damit eine erfolgreiche Titelverteidigung Daemens vereitelte, hielt Tode sich diesmal zurück und flitzte als dritter hinter Andersen und Daemen ins Ziel. Der Ärger kam, als die Technischen Kommissare Daemens Motor überprüften und feststellten, dass die Zylinder mit einer unzulässigen Beschichtung versehen waren. Die folgerichtige Disqualifikation ist mehr als nur eine Katastrophe für das Alpha-Technik-Team, dessen Superbike-Pilot Michael Schulten bereits beim Rennen auf dem Nürburgring aus dem gleichen Grund aus der Wertung genommen wurde.

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