Stunt-WM in Donington/GB: Reportage (Archivversion) Freestyle-Technik

Gefahren wie gekauft. Motorrad-Freestyler machen sich prinzipiell nicht viel aus der Technik ihres Bikes – mit wenigen Ausnahmen.

Der Kunde ist König. Gehörten vor Jahren noch Trial-
Motorräder oder leichte Enduros zur ersten Wahl der Freistil-Zweiradler, verlangt der Zuschauer heute nach Identifikation. Mit gängigen Superbikes demonstrieren die Akrobaten für normale Motorradfahrer viel nachvollziehbarer den aktuellen Stand ihres herausragenden Könnens.
Wobei die Mehrheit der künstlerischen Truppe wenig Feder-
lesens um die Technik macht. Federelemente, Lenkgeometrie, Motorleistung – alles bleibt unverändert. Verkleidungen werden zugunsten der Bewegungsfreiheit ersatzlos entfernt. Modifiziert wird zunächst die Endübersetzung, um die derzeit angesagten, extrem langsamen Wheelies zu ermöglichen. Freihändig ge-
fahrene Wheelies verlangen nach einer an den Lenker oder gut erreichbar an die Motorseite verlegten Stellschraube für die
Erhöhung der Standgasdrehzahl auf etwa 5000 Umdrehungen. Dringend nötig für die Wheelies mit über den Lenker geschlagenen Beinen: ein zweiter Bremskolben am Hinterrad mit separatem Handhebel am linken Lenkerende.
Ein Widerspruch ergibt sich in Sachen Reifenluftdruck. Schwach aufgepumpte Reifen stabilisieren durch ihre breitere Aufstandsfläche die meisten Stunts, erschweren aber die äußerst engen Kurvenradien. Die meisten Fahrer legen darauf jedoch großen Wert und entscheiden sich deshalb für stramme drei Bar Druck. Die Ölversorgung bei Dauerwheelies garantieren in der Regel eine Verlängerung der Ölansaugstutzen hin zum tiefstmöglichen Punkt des Motorgehäuses.

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