Superbike: Max Neukirchner auf dem Podium (Archivversion) Alles wird Gut

Das Valencia-Attentat von Carlos Checa noch in schmerzhafter Erinnerung, musste Max Neukirchner in Assen schon wieder in den spanischen Stierkampf. Diesmal aber mit besserem Ende: Podest-Rang und Ehrenrunde mit deutscher Fahne.

Max Neukirchner auf dem Weg zu einem Spitzenergebnis, und dann taucht plötzlich Carlos Checa samt seiner Ten-Kate-Honda mit der von Stierhörnern verzierten Startnummer sieben am Hinterrad der Werks-Suzuki auf. Halt, stopp, falsches Programm, alter Film, das hatten wir doch schon vor drei Wochen. Hallo, wir sind jetzt in Assen, in den Niederlanden, weit weg von Spanien.

Aber es hilft nix, Max Neukirchner hat es auch in Assen genau mit dem gleichen Señor Checa zu tun, welcher ihn in der Zielkurve von Valencia abgeräumt und damit von seinem ersten Superbike-WM-Sieg abgehalten hat. Und ihm noch dazu ein gebrochenes Schlüsselbein besorgt hatte. Diesmal geht es zwar „nur“ um den zweiten Platz hinter dem in Assen unwiderstehlichen Ducati-Werksfahrer und WM-Tabellenführer Troy Bayliss. Sonst jedoch ist alles gleich wie in Valencia: Max kann nach furiosem Beginn inklusive deutlich verbessertem neuem Superbike-Rundenrekord sein eigenes hohes Tempo nicht mehr ganz halten. Genau umgekehrt Checa. Mal wieder hat er den Start vertrödelt, um dann ganz gewaltig an Fahrt zu gewinnen. „Checa hatte sich ja am Donnerstag vor dem Rennen anlässlich einer offiziellen Pressekonferenz in aller Form für das Valencia-Manöver entschuldigt. Ich konnte in der Schlussphase des ersten Rennens nur hoffen, dass er dies auch ernst meinte“, erinnerte sich Neukirchner im Ziel.

Während in Neukirchners Umfeld vor dem TV-Bildschirm im Alstare-Suzuki-VIP-Zelt spekuliert wurde, ob Checa Ehrenmann genug sein würde für einen Quasi-Wiedergutmachungs-Nichtangriffspakt, wischte der Spanier auf der holländischen Honda in der viertletzten Runde vor der Zielschikane innen an der Werks-Suzuki von Max vorbei. „Sehr sauberes Ausbremsmanöver“, musste auch Neukirchner im Ziel eingestehen, der es ganz am Schluss fast noch hätte richten können. Deutlich besser als der die Kampflinie verteidigende Checa beschleunigte der Sachse aus der Ziel-schikane heraus. Doch die Zielline kam für ihn ein paar Meter und genau 47 Tausendstelsekunden zu früh.

Dennoch war der Sachse mehr als zufrieden mit seinem ersten Podestrang als Suzuki-Werksfahrer – seinem zweiten überhaupt. Abgesehen davon, dass es im Rahmen der Siegerehrung noch zur öffentlichen Aussöhnung mit Checa kam, sieht sich der derzeitige deutsche Vorzeige-Motorrad-Rennfahrer nun auch vom Ergebnis her bestätigt, dass er zur Superbike-WM-Spitze gehört. „Wir hatten zwar in Assen noch Probleme, die Fahrwerksabstimmung auch für die Schlussphase perfekt hinzubekommen, wenn die Reifen nachlassen“, erklärt Max den ebenfalls akzeptablen fünften Rang im zweiten Rennen, „aber das sollten wir schon bald in den Griff bekommen.“ Spätestens bei den nächsten WM-Rennen auf der Highspeed-Bahn von Monza, wo die bärenstarke Suzuki ganz sicher nicht zu den Außenseitern gehören wird.

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