Superbike-WM 2006: Vorschau (Archivversion) Supersport-WM: Kevin gegen Kenan?

Während Sébastien Charpentier auf der Ten-Kate-Honda CBR 600 RR von Sieg zu Sieg und schließlich zum unangefochtenen Supersport-WM-Titel 2005 eilte, kämpfte das Yamaha-Deutschland-Duo Kevin Curtain und Broc Parkes gegen
die ungleichen Voraussetzungen. Denn wie so oft in der Supersport-WM hatte der Fahrer des neueren Motorrads – was die Konstruktion der Serien-Basismaschine angeht – deutliche Vorteile. Hier lag die gegenüber der CBR 600 RR schon etwas betagtere Yamaha YZF-R6 konzeptionell einfach zurück.
Dies soll sich nun ändern. Yamaha stellte eine komplett neu konstruierte, kompromisslos auf den Rennstreckenbetrieb ausgerichtete R6 vor, aus der Yamaha-Deutschland-Racing um Teamchef Terrell Thien und Motorentechniker Marcus Eschenbacher eine äußerst scharfe Supersport-Waffe aufgebaut haben. »Bei den ersten Wintertestfahrten haben unsere Fahrer sofort gemerkt, dass die neue R6 ein Riesenschritt nach vorn ist«, so Thien erfreut, »in Phillip Island zum Beispiel konnten sowohl Kevin Curtain wie auch Broc Parkes den bestehenden Supersport-Rundenrekord unterbieten.«
Die Supersport-WM-Saison 2006 verspricht also deutlich mehr Spannung als die des Vorjahres, die dem überlegenen Ten-Kate-Honda-Team aus den Niederlanden den vierten WM-Titel in Folge bescherte – mit vier verschiedenen Fahrern übrigens. »Natürlich dürfen wir jetzt nicht glauben, dass uns die neue R6 von ganz allein an die Spitze bringt.
Die Ten-Kate-Honda werden gegenüber 2005 ohne Zweifel ebenfalls besser werden«, relativiert Teamchef Thien, »und speziell beim ersten Saisonrennen in Qatar Ende Februar haben sie sicher noch einen kleinen Vorteil, weil sie uns auf dieser Strecke in Sachen Testkilometer weit voraus sind. Insgesamt aber geht es für Yamaha-Deutschland- Racing
und unsere beiden Fahrer Kevin Curtain, der 2005 Vizeweltmeister war, und Broc Parkes, um den WM-Titel.«
Da leider keine deutschen Piloten in der Supersport-WM 2006 unterwegs sind, werden sich
die deutschen Fans neben Yamaha Deutschland hauptsächlich auf einen früheren Yamaha-Deutschland-Fahrer konzentrieren – der ausgerechnet zu Ten-Kate-Honda wechselte. Das wird seine Popularität aber sicher nicht schmälern. Der junge Türke Kenan Sofuoglu, im Vorjahr Zweiter des Superstock-1000-FIM-Cup, geht an der Seite von Titelverteidiger Charpentier auf den Supersport-WM-
Titel los und wird alles tun, um Yamaha Deutschland, wo er privat noch eine ganze Reihe Freunde hat, die Suppe zu versalzen.

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