Superbike-WM in Sugo/J: RenntagSuperbike-Doppelsieg für Wild Card-Fahrer Izutsu – Jörg Teuchert gewinnt Supersport-Rennen

Sugo/J (mro) – Schlechte Karten hatte beim dritten WM-Lauf des Jahres in Sugo/Japan die Zweizylinder-Fraktion bei den Superbikes allgemein, aber besonders hart traf es das erfolgsverwöhnte Ducati-Werksteam. In Abwesenheit von Ducati-Toppilot und Weltmeister Carl Fogarty, der sich bei seinem Sturz vor einer Woche in Phillip Island/Australien den Oberarm gebrochen hatte, gelang es dem kurzfristig als Ersatzmann nominierten Australier Troy Bayliss genausowenig wie dem Amerikaner Ben Bostrom, dem offiziellen Ducati-Werksfahrer Nummer zwei, die Fahnen der italienischen Marke hochzuhalten. Im ersten der beiden Rennen legten sich Bayliss und Bostroom einträchtig bereits in der ersten Kurve auf die Nase, im zweiten Heat kam Bayliss ebenfalls keine Runde weit. Überraschender Sieger wurde in beiden Rennen der japanische Wild Card-Fahrer Hitoyasu Izutsu, der mit der in Fachkreisen ob ihres von Vergasern anstatt einer Einspritzung beatmeten Triebwerks als veraltet geltenden Vierzylinder-Werks-Kawasaki ZX-7RR weder vor Honda Werksfahrer Colin Edwards auf der nagelneuen Zweizylinder-VTR 1000 noch vor dem japanischen Vierzylinder-Helden Noriyuki Haga auf der Werks-Yamaha Respekt zeigte. Immerhin durfte sich Edwards als schnellster Zweizylinder-Pilot in Sugo feiern lassen und büsste nur wenige WM-Punkte auf Tabellenführer Haga ein. »Schon brutal, wie hart man hier fahren muss, um auf's Podest zu kommen«, atmete ein nicht gerade freudestrahlender, aber dennoch zufriedener Colin Edwards nach dem Rennen durch. Bitter für Ducati: Im nationalen italienischen Duell um die Krone der Zweizylinder-Kategorie zogen sie erneut den Kürzeren, weil Troy Corser (AUS) die über den Winter erstaunlich erstarkte Aprilia RSV Mille im zweiten Rennen auf einen achtbaren fünften Platz steuerte. Damit liegt Aprilia in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft klar vor Ducati.

Perfekte Vorstellung beim Supersport-Rennen in Sugo: Die Fahrer des deutschen Alpha-Technik-Yamaha-Teams, Jörg Teuchert (links) und Christian Kellner kamen auf den Plätzen eins und zwei ins Ziel
Eine geschlossene Mannschaftsleistung auf höchstem Niveau lieferte beim zweiten Lauf zur Supersport-Weltmeisterschaft, der in Sugo ausgetragen wurde, das deutsche Alpha-Technik-Yamaha-Team ab. Christian Kellner sicherte sich bereits im Training auf der anspruchsvollen Strecke den besten Startplatz, am Ende des 25-Runden-Rennens wurde er hinter Teamkamerad Jörg Teuchert als Zweiter abgewinkt. Dabei hatten beide Fahrer am Start keine gute Figur gemacht und waren auf die Plätze sieben und acht zurückgefallen. Doch Teuchert begann frühzeitig mit einer kontinuierlichen Aufholjagd, Kellner blieb ihm beständig auf den Fersen. In der 21. Runde übernahm Teuchert die Führung, in Runde 22 folgte ihm Kellner auf den zweiten Platz. Bei der Gelegenheit mussten sie niemand geringeren als den französischen Weltmeister Stephane Chambon bezwingen, der nach dem Rennen sichtlich geschlaucht war: »Ein schweres Stück Arbeit, wir waren uns auch bei der Reifenwahl nicht ganz sicher.« Auch Teuchert berichtete von anfänglichen Rutschern, was die etwas zögerlich vorgetragenen ersten Rennrunden erklärt. »Einfach war das nicht«, so Teuchert, »zumal es hier nur zwei Stellen gibt, an denen man überholen kann. Am Anfang habe ich nach einigen Slides etwas die Konzentration verloren, aber zum Rennende hin wurden die Reifen immer besser und waren schließlich perfekt.«

Vollständige Ergebnisse auf der Superbike-WM-Homepage.

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