Superbike-WM in Valencia/E (Archivversion) Supersport-WM

Seriöse Sieger – wilde Jungs. An der Spitze der
Supersport-WM herrschte Business as usual. Dahinter mischten zwei spanische Teams den Laden auf.

Nach dem Qualifikationstraining gab er sich noch recht vorsichtig. »Natürlich bist du, wenn du zum dritten Mal in Folge auf der Pole Position stehst und die ersten beiden Rennen gewonnen hast, auch Favorit für das dritte«, gab Supersport-Weltmeister Sébastien Charpentier zu, »aber Kevin Curtain und das Yamaha-Deutschland-Team sind mächtig am Aufholen.«
Das Supersport-WM-Rennen nahm dann allerdings doch wieder seinen gewohnten Lauf. Vom Start weg jagte die Ten-Kate-Honda CBR 600 RR mit der Nummer 16 an die Spitze. Während der gesamten 23 Runden kam Curtain zwar als Einziger halbwegs in Sichweite zum Titelverteidiger, doch an einen seriösen Angriff war nicht zu denken. So bewahrheiteten sich die Wünsche des Australiers vom Vorabend leider nicht. »Wir müssen endlich aus dieser Schattenmannrolle herauskommen«, hatte Curtain in Valencia vergeblich von sich selbst und seinem Team gefordert.
Yamaha-Deutschland-Teamchef Terrell Thien konnte jedoch seinem Nummer-eins-Fahrer nichts anderes als ein denkbar gutes Zeugnis ausstellen: »Kevin ist praktisch fehlerfrei gefahren. Das Ergebnis spiegelt genau die
derzeitige Situation wider: Wir sind klar vor dem Rest der Supersport-Welt. Nur auf die Ten-Kate-Honda fehlt uns noch das entscheidende Stückchen. Ich bin trotzdem optimistisch, dass wir sie schon bald packen können. Denn unsere Yamaha R6 ist immer noch brandneu und steckt ganz am Anfang
ihrer Entwicklung.«
Für gute Unterhaltung der leider nur knapp 15000 Zuschauer in Valencia sorgten zwei einheimische Teens. Der 19-jährige Javier Fores glänzte zu Beginn auf seiner Yamaha mit Driftwinkel, die nicht einmal jeder Supermoto-Spezialist beherrscht. Als er gegen Rennmitte sein Pulver verschossen, also seinen Hinterreifen verschlissen hatte, übernahm der noch ein Jahr jüngere Markenkollege Jordi Torres den Part des Unterhaltungschefs mit ähnlichen Mitteln. Er sorgte aber auch im Ziel mit Rang fünf in seinem allerersten
WM-Rennen für Aufsehen.

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