Superbike-WM-NewsHaga unter Doping-Verdacht – Fogarty schwerer verletzt als zunächst angenommen

Stuttgart (abs) – Noriyuki Haga, der in der Superbike-Weltmeisterschaft führende japanische Yamaha-Werksfahrer, ist vom internationalen Motorradsport-Verband FIM darüber unterrichtet worden, dass in einer Urinprobe, die er nach dem Rennen in Südafrika abgegeben hatte, ein Inhaltsstoff in einer höheren als der natürlichen Konzentration gefunden wurde. Um welchen Stoff es sich dabei handelt, wurde zunächst nicht bekannt. Er soll jedoch in Diät-Zusätzen, Erkältungsmedikamenten und Augentropfen vorkommen. Ein Test, der die ersten Untersuchungsergebnisse bestätigt, muss noch gemacht werden.
»Ich bin mir nicht bewusst, irgendelche verbotenen Mittel eingenommen zu haben«, erklärte Haga, der zur Aufklärung des Sachverhalts uneingeschränkt mit der FIM zusammenarbeiten will. Das Yamaha Racing Team sagte in einer Stellungnahme: »Wir sind sehr überrascht darüber, dass es da ein Problem geben soll. Natürlich hat Haga in den letzten Monaten an seiner Fitness und seiner Ernährung gearbeitet. Wir wissen, dass seine ganze Motivation auf den Gewinn des WM-Titels gerichtet ist, sind aber sicher, dass er niemals wissentlich etwas tun würde, was seine Titelchancen in Gefahr bringen oder dem Sport schaden könnte.«
Carl Fogarty, noch amtierender Superbike-Weltmeister, der sich bei einem Sturz in Australien den linken Oberarm gebrochen hatte, wird nach letzten Untersuchungen durch Professor Andrew Carr in Oxford/England vermutlich doch länger außer Gefecht sein als zunächst angenommen. Nach Ansicht der Ärzte wird es acht bis zwölf Wochen dauern, bevor Fogarty wieder völlig genesen ist. Damit ist mit einer Rückkehr des Ducati-Werksfahrers in den WM-Wettkampf frühestens zum neunten der 13 Läufe Anfang Juli in Laguna Seca/USA zu rechnen. Fogarty bekräftigte nochmals, dass er so schnell wie möglich wieder Rennen fahren will: »Ich bin zuversichtlich, mich meinen vielen Fans beim Rennen in Brands Hatch wieder in Aktion präsentieren zu können«, sagte Fogarty. Der Superbike-WM-Lauf in Brands Hatch/GB findet am 6. August statt, ist eine der attraktivsten Veranstaltungen der Serie und konnte 1999 die Rekordzahl von 120.000 Besuchern melden.
Unterdessen wetzt Superbike-WM-Chef Maurizio Flammini die Klingen für die nächste Attacke gegen die Viertakt-Pläne des Motorrad-Grand Prix-Vermarkters Dorna. Während des Superbike-WM-Laufs im japanischen Sugo am vergangenen Wochenende hatten zwei vierstündige Sitzungen mit Top-Managern der sieben in der Superbike-WM vertretenen Motorrad-Hersteller und einem technischen Delegierten der FIM stattgefunden, bei denen Maßnahmen beschlossen wurden, die der Superbike-WM ihre Exklusivität in Sachen großvolumiger und leistungsstarker Viertakt-Rennmaschinen sichern sollen. Insbesondere pocht Flammini auf die Einhaltung der Verträge zwischen der FIM und seiner Firma Octagon, die die Superbike-WM vermarktet. Darin ist laut Flammini festgeschrieben, dass seiner Rennserie bei hubraumstarken Hochleistungs-Viertaktern absolute Priorität eingeräumt wird. »Wir haben als Unternehmer in den vergangenen zehn Jahren aus dem Nichts eine der erfolgreichsten Motorsport-Rennserien aufgebaut und werden alles tun, um unsere Rechte zu verteidigen«, ließ Flammini keinen Zweifel daran, dass er im Notfall mit rechtlichen Schritten gegen die Zulassung von Viertakt-Rennmaschinen mit knapp einem Liter Hubraum bei den Motorrad-Straßen-Grand Prix vorgehen wird.

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