Supersport-WM (Archivversion) Clowns und Helden

Auf dem Siegerpodest des Nürburgrings standen drei Australier. Für Unterhaltung sorgten die deutschen Wild-Card-Fahrer.

Zweimal war Arne Tode bei den Supersport-WM-Trainings auf dem Nürburgring gestürzt. Dennoch war die Stimmung im G-Lab-Racing-Team des überlegenen Supersport-IDM-Tabellenführers bestens. Schließlich stand die strahlend, aber nicht jungfräulich weiße Triumph Daytona 675 auf Startplatz sieben – eine starke Leistung für den Wild-Card-Fahrer samt Team, die ja schon verbindlich er-klärt haben, 2009 zusammen in der Supersport-WM als Regelstarter angreifen zu wollen.

Die aufkommende Feierlaune rund um Teamchef Dietmar Franzen und Daten-Ingenieur Jörg Schüller hielt allerdings nur bis in die Startkurve, jene fürchterliche Haarnadel zu Beginn der Mercedes-Benz-Arena, welche von regelmäßig den Ring nut-zenden Amateur-Rennfahrern längst den Kosenamen "Haug-Haken" bekommen hat.
Ganz im Sinne der bekannten Angriffslust des Namenspatrons und Mercedes-Formel-1-Chefs donnerte Arne Tode mit erheblichem Speedüberschuss an der Innenseite auf die Kehre zu, hatte dann nach eigenen Angaben wegen eines falschen Leerlaufs deutlich weniger Bremswirkung als vorgesehen, wurde so zur Kegelkugel und räumte vorsichtshalber gleich das halbe Vorderfeld ab.

Das Rennen wurde abgebrochen, Tode und die meisten seiner Opfer hatten Glück und konnten zum Re-Start antreten. Das Rennen selbst wurde dann australisch dominiert. Es siegte am Ende Andrew Pitt, der Weltmeister von 2001, vor seinem Honda-Kollegen Joshua Brookes und Yamaha-Werksfahrer Broc Parkes. WM-Top-Favorit Pitt übernahm dabei auf seiner Ten-Kate-Honda erstmals in dieser Saison die Tabellenführung. Und Arne Tode fand als Achter im Ziel trotz dreier Stürze ein fröhliches Ende für sich und G-Lab-Racing. Ganz anders sein Markenkollege Jesco Günther: Der 24-Jährige, im Vorjahr noch WM-Regelstarter in einem italienischen Honda-Hinterbänklerteam, beendete nach einem Motorschaden die Zusammenarbeit mit seinem Teamchef Benny Wilbers und wohl auch seine internationale Karriere.

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